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Lecker: Die Äpfel aus dem Alten Land haben Top-Qualität

Dr. Dirk Köpcke vom Obstbauzentrum Esteburg freut sich über die Top-Qualität der Äpfel in diesem Jahr
 
An der Prognosfruit-Konferenz nahmen Vertreter aus 19 Ländern teil. Sie besuchten auch das Obstbauzentrum Esteburg in Jork-Moorende
lt. Jork-Moorende/Hamburg. Wer gerne Äpfel isst, darf sich jetzt schon freuen: Elstar, Holsteiner Cox und Co. sollen nämlich in diesem Jahr dank nahezu optimaler Bedingungen noch besser schmecken als im vergangenen Jahr. So zumindest die Einschätzung der Experten für Obstanbau aus 19 verschiedenen Ländern, die in der vergangenen Woche bei der 40. Prognosfruit-Konferenz in Hamburg und im Alten Land zusammen kamen.
"Die Qualität der Äpfel ist top, sowohl im Geschmack als auch im Aussehen", sagt Dr. Matthias Görgens, stellvertretender Leiter des Obstbauzentrums Esteburg in Jork-Moorende. Die Fruchtgröße sei einheitlich, die Oberfläche glatt, die Zucker- und Fruchtfleischfestigkeitstests vielversprechend.
Und auch mit der prognostizierten Erntemenge von 346.500 Tonnen könnten die Obstbauern an der Niederelbe zufrieden sein, so Görgens. Im Vergleich zum vergangenen Jahr (310.000 Tonnen) sei das ein Plus von elf Prozent.

Leider gebe es aber auch Obstbauern an der Niederelbe, deren Äpfel verhagelt seien, so Helwig Schwartau von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI). Apfelplantagen auf rund 1.000 Hektar seien betroffen, die Auswirkungen auf die Gesamternte aber gering.
Insgesamt wird für die Obstbauern in der EU eine Ernte von zwölf Millionen Tonnen prognostiziert, das sind drei Prozent (320.000 Tonnen) weniger als 2015. Vor allem die Obstbauern der Alpenregionen und aus den Balkanländern stünden aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen im Frühjahr schlechter da. Das bedeute aber gleichzeitig bessere Export-Optionen z.B. für die Altländer, so Helwig Schwartau.
Der Obstbau-Experte blickt nach zwei schwierigen Jahren, die geprägt waren durch eine Überproduktion an Äpfeln und durch das russische Lebensmittel-Embargo, wieder optimistischer in die Zukunft. Gleichwohl werde es in diesen unruhigen Zeiten immer schwieriger, überhaupt Prognosen abzugeben, so Schwartau. Man müsse auch die Entwicklung in den arabischen Ländern im Auge behalten, wo die Nachfrage nach Äpfeln aus der EU aufgrund von instabilen politischen Lagen rückläufig sei. Die Obstbauern setzen daher auf die Erschließung neuer Märkte, etwa in Asien und Afrika.
Verbraucher könnten sich auf Apfelpreise auf mittlerem Niveau einstellen, so Schwartau. Höhere Preise müssten Kunden aber wohl für Birnen bezahlen. Mit rund 2,2 Millionen Tonnen erwarten die Experten eine der kleinsten Birnenernten der vergangenen zehn Jahre in der EU.

Die Frühapfelernte beginnt bereits Mitte August, die Top-Sorten Elstar und Holsteiner Cox folgen ab Mitte September.

• Insgesamt gibt es mehr als 650 Obstbau-Betriebe an der Niederelbe, die eine Gesamtobstfläche von 10.500 Hektar bewirtschaften. Die Obstfläche setzt sich zusammen aus 10.000 Hektar Baumobst (90 Prozent Äpfel) und ca. 500 Hektar Beerenobst. Durchschnittlich werden jährlich rund 300.000 Tonnen Äpfel produziert, davon entfallen ca. 30 Prozent auf die Sorte Elstar, gefolgt von Jonagored, Red Jonaprince und Braeburn.
Vermarktet wird das Obst zum größten Teil über die Obsterzeugerorganisationen Elbe-Obst, Marktgemeinschaft Altes Land (MAL) und diverse freie Großhandelsbetriebe. Ca. zehn Prozent der Ware wird von den Betrieben direkt verkauft.

• Die Prognosfruit-Konferenz findet seit 40 Jahren jedes Jahr im August statt. Dieses Jahr trafen sich Vertreter aus 19 Ländern aus Europa und Übersee an drei Tagen in Hamburg und besuchten u.a. das Obstbauzentrum Esteburg in Jork-Moorende. Organisiert wird die Prognosfruit-Konferenz von der World Apple and Pear Association (WAPA), der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI), der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.V. (BVEO) und dem Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG).