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Nochmal Schwein gehabt: Fleischerei in Bützfleth gerettet

Gute Stimmung im Schlachthaus: die neue Geschäftsführerin Astrid Wichern (2. v. li.), ihr Vater Alfred Gallant (2. v. re.) mit Verkäuferin Birgit Goede und Fleischerlehrling Michael Nolte

Alfred Gallant übergibt Familienbetrieb an Tochter Astrid Wichern

tp. Bützfleth. Die Fleischerei Gallant in Bützfleth bleibt bestehen. Nachdem der Betreiber, Fleischermeister Alfred Gallant (61), zum 1. April Insolvenz anmeldete, wird der Familienbetrieb am Montag, 1. Mai, von seiner Tochter, der Industriekauffrau Astrid Wichern (46) übernommen.

Wie berichtet, führte Alfred Gallant die Firmenkrise zu einem Großteil auf drastische Umsatzeinbrüche aufgrund der innerörtlichen Dauerbaustelle am Obstmarschenweg/Landesstraße L111 zurück, aufgrund derer "immer mehr Laufkundschaft ausblieb". Zusätzlich zu den Verbindlichkeiten für das Geschäftshaus habe ihm die Baustelle wirtschaftlich "den Rest gegeben".

In Abstimmung mit einem Insolvenverwalter wird die Fleischerei Gallant nun von einem Einzelunternehmen in eine Unternehmergesellschaft (UG) umgewandelt. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Mini-GmbH. Der wichtigste Vorteil liegt in der Haftungsbeschränkung. Astrid Wichern wird neue Geschäftsführerin. Alfred Gallant durchläuft ein mehrjähriges Insolvenzverfahren und ist künftig angestellter Fleischermeister.

Mit Hilfe eines Unternehmensberaters will Astrid Wichern innerbetriebliche Strukturen verändern und eine neue Werbestrategie entwickeln. Dabei sollen besondere Vorzüge stärker betont werden, so Wichern: Beispielsweise produziere die Fleischerei Gallant schon seit Jahr und Tag ohne den Zusatzstoff Gluten, auf den viele Menschen mit Allergien reagieren. Die neue Chefin verweist überdies auf frische Qualitätsprodukte aus der Region und die gute fachliche Beratung.

Ein Umbau des Ladens und der Geschäftsräume sei bis auf Weiteres nicht geplant.
Für dieses Jahr steht der Fleischerei noch eine Durststrecke bevor. Die Kanal- und Straßenbaustelle wird im kürzlich begonnenen zweiten Bauabschnitt direkt an der Ladentür vorbei ziehen. Für Kunden werden hinter dem Geschäftshaus dann vorübergehende Parkplätze eingerichtet.

Astrid Wichern geht zuversichtlich in die "harte Zeit" und freut sich dabei besonders über den Rückhalt ihrer Familie und der Angestellten. Sämtliche 14 Mitarbeiter haben buchstäblich Schwein gehabt: Sie behalten ihre Arbeitsplätze.