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Olaf Lies bei Airbus in Stade: Als Ingenieur beeindruckt von der Komplexität der Produkte

Vor einem Seitenleitwerk (v. li.): Minister Olaf Lies, Airbus-A350-Produktions-Chef Markus Brenke und Betriebsratsvorsitzender Burkhard Borchers

Minister: "Optimierte Arbeitsprozesse sichern die Fertigung in Deutschland

tp. Stade. Imponiert von den vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Kohlenfaser-Verbundstoffs CFK - nicht nur in der Flugzeugindustrie - zeigte sich Olaf Lies (48, SPD), niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, bei seinem ersten Besuch der Stader Airbus-Werks mit seinen rund 2.000 Mitarbeitern. Der Minister unternahm am Montagmorgen in Begleitung eines Komitees, bestehend aus der Stader Bürgermeisterin Silvia Nieber, Landrat Michael Roesberg, den Landtagsabgeordneten Petra Tiemann (SPD) und Kai Seefried (CDU) sowie Airbus-Spitzenmitarbeitern, eine Besichtigung der Anlage.

Im Stader Werk, wo alles von gigantischen Maßen ist, werden beispielsweise Rumpfschalen, Flügeloberschalen und Seitenleitwerke für den Airbus-Erfolgs-Flieger A350 gebaut. "Vor einigen Jahren hätte man sich das noch nicht vorstellen können", staunte Lies über die computergesteuerte Schichtung der CFK-Bahnen mit einem Roboter (Tape-Leger). Die Bauteile werden anschließend mit Kunstharz präpariert und in dem riesigen Autoklav unter hohem Druck und Hitze gepresst und ausgehärtet. Dieser 18 Millionen Euro teure röhrenförmige "Backofen" ist der weltweit größte Automat seiner Art in der Flugzeugindustrie. Bis zu 32 Meter lange Flügel-Oberschalen haben in ihm Platz.

Minister Lies, studierter Diplom-Ingenieur, zeigte sich insgesamt begeistert von der "engen Verzahnung von Forschung, Entwicklung und Anwendung" der CFK-Technik bei Airbus. Die besondere Optimierung der Arbeitsprozesse trage zu einer langfristigen Sicherung des Fertigungsstandortes Deutschland bei.

Das Epoxidharz für die CFK-Flugzeugteile stammt übrigens aus dem Stader Dow-Werk, dem Olaf Lies am Nachmittag einen Besichtigung abstattete. Außerdem besuchte er die aufstrebende Firma Carbon Truck & Trailer GmbH (Carbon TT; das WOCHENBLATT berichtete). In der Entwicklungshalle des Forschungszentrums CFK Nord informierte er sich über die von Carbon TT geplante Serienfertigung des Chassis für Leichtbau-Kühlfahrzeuge.

Olaf Lies sieht viele weitere Markt-Chancen für die zwar teuren, aber superleichten CFK-Bauteile, "von Schienenfahrzeugen über Großtanks bis zu Schiffen und Rotorbättern für Windkraftanlagen". Das Kerngeschäft in Stade müsse aber die Produktion für die Luftfahrtindustrie bleiben.