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Protest vor dem Arbeitsgericht Stade

Über dem Stader "Burger King"-Imperium ziehen nach Ansicht der NGG immer dunklere Wolken auf
jd. Stade. Gewerkschaft macht auf Missstände bei Stader "Burger King"-Holding aufmerksam.

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Der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) stoßen die Arbeitsbedingungen bei der Fastfood-Kette "Burger King" sauer auf: Speziell im Visier haben die Arbeitnehmervertreter die 91 Filialen, die deutschlandweit von dem Stader Unternehmen "Yi-Ko Holding" betrieben werden. Diese Standorte wurden im Mai 2013 von der "Burger King GmbH" verkauft, um Verluste auszugleichen. Doch die neuen Burger-Bosse regieren ihr Imbiss-Imperium offenbar mit harter Hand: Seit der Übernahme häufen sich die Presseberichte über Schikanen gegen die Mitarbeiter. Vor allem Betriebsräten und Gewerkschaftsmitgliedern wird mit Rauswurf gedroht. Jetzt ruft die NGG zu einer Protestkundgebung in Stade auf. Die Demo soll am Dienstag, 21. Januar, um 12 Uhr vor dem Arbeitsgericht stattfinden. Es gibt einen konkreten Anlass: Vor Gericht beginnt ein Verfahren um die Kündigung eines Betriebsratsvorsitzenden.

Mit diesem Überraschungscoup landete der Stader Unternehmer Ergün Yildiz im Mai 2013 bundesweit in den Schlagzeilen: Der Betreiber eines "Burger King" - Restaurants in der Hansestadt übernahm mit einem Schlag 91 deutsche Filialen des amerikanischen Fast-Food-Riesen, in denen mehr als 3.100 Mitarbeiter beschäftigt sind. Pro Standort sollen laut der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) 250.000 Euro geflossen sein.

Geldgeber ist nach Berichten Moskauer Zeitungen der russische Geschäftsmann Alexander Kolobov. Er gründete gemeinsam mit Yildiz die in Stade ansässige "Yi-Ko Holding". Deren Name taucht nun immer wieder in den Medien auf - allerdings ausschließlich in negativer Hinsicht. Yildiz, der das operative Geschäft leitet, hat seit der Übernahme offenbar konsequent Arbeitnehmerrechte beschnitten und Tarifvereinbarungen unterlaufen.

Unter anderem berichtete der WDR über mehrere Fälle, in denen Löhne nicht bzw. viel zu spät gezahlt oder unrechtmäßige Kündigungen ausgesprochen worden sein sollen. Außerdem wirft die NGG der "Yi-Ko Holding" vor, die Mitarbeiter unter Tariflohn zu beschäftigen sowie Urlaubsgelder und Überstunden-Zuschläge nicht auszuzahlen. Viele Arbeitnehmer wehren sich nun: Laut Gewerkschaft sind mehr als 100 Verfahren vor den Arbeitsgerichten anhängig.

Dabei sind Prozesse wie in Stade, bei denen es um die Entlassung von kritischen Betriebsräten geht, kein Einzelfall: Eigens für diese Verfahren hat Yildiz laut WAZ den Rechtsanwalt Helmut Naujoks engagiert. Der Verfasser des Buches "Kündigung von Unkündbaren" wurde vom "Spiegel" als "Vollstrecker der Bosse" und "Betriebsrätefresser" bezeichnet. Sein Spezialgebiet sei das rechtssichere Kündigen von eigentlich unkündbaren Mitarbeitern wie Betriebsräten, Schwangeren und Behinderten, so das Magazin.

• Die NGG macht nun mit der Aktion "Fair und mit Respekt!" auf die ihrer Ansicht nach unhaltbaren Missstände bei der "Yi-Ko Holding" aufmerksam. Vor deren "Burger King"- Filialen werden Unterschiften für faire Arbeitsbedingungen gesammelt.

• Ergün Yildiz hat bislang jegliche Stellungnahme gegenüber der Presse verweigert.