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Sorglos-Paket der Telekom war ein Blindgänger

Focht monatelang einen Papierkrieg mit der Telekom: Traute Plückahn
 
Traute Plückahn: Aus der TV-Programmvielfalt wurde nichts

Geräte nie benutzt: Trotzdem verlangt das Unternehmen von Rentnerin aus Stade Schadenersatz

tp. Stade. Traute Plückhahn (76) aus Stade wollte eine größere Auswahl an Fernsehprogrammen und buchte bei der Deutschen Telekom ein vermeintliches Rundum-Sorglos-Paket aus HD-Fernsehen, Telefon- und Internet-Flatrate, doch es entpuppte sich in ihrem Fall als Blindgänger. Der Anschluss kam aus technischen Gründen nicht zustande. Mehr als ein Jahr nach der Antragstellung hat die Rentnerin noch immer Ärger: Die Ex-Behörde verlangt von Schadenersatz für ein Endgerät, das sie nie nutzte.

Im September 2015 entschied sich Plückhahn nach Beratung im Stader Telekom-Shop zum Wechsel vom Anbieter Vodafone zum Tarif "Magenta Zuhause M Entertain Premium" der Telekom für 44,95 Euro monatlich plus einmalige Montagekosten sowie zwei Zusatzgeräte: einen Router fürs Internet und einen Receiver fürs TV. Die Interne Prüfung des Unternehmens auf eine freie, schnelle VDSL-Leitung (Kombination aus Kupfer und Glasfaser) zu ihrer Wohnung im Ortsteil Ottenbeck sei seinerzeit positiv ausgefallen, so Plückhahn. Die Telekom begrüßte sie in mehreren Anschreiben immer freundlich mit "Wir freuen uns auf Sie!".

Die Euphorie währte nicht lange: Nach Bekundungen der Seniorin folgten zahlreiche schriftliche Mitteilungen, in man sie um Geduld gebeten habe. Wochenlang wartete die Seniorin auf einen Monteur, schrieb Briefe, hing in Warteschleifen sogenannter Service-Hotlines, ging immer wieder in den Laden. Geduld und Bemühungen waren vergebens: An Heiligabend teilte die Telekom schriftlich mit, dass auf dem Grundstück keine freie Leitung zur Verfügung stehe.

"Kundenservice ist das aus meiner Sicht in keinster Weise", sagt Plückhahn, die den Eindruck hat, "ältere Kunden würden in dem Unternehmen getäuscht und finanziell geschädigt".

Wütend und enttäuscht zog sie den Anbieterwechsel zurück und erhielt Mitte März die Kündigungsbestätigung. Entrichtete Monatsbeiträge erstattete man ihr und verlangte die Rückgabe der Endgeräte. Dabei gab es nach den Schilderungen der Rentnerin weitere Schwierigkeiten. Der örtliche Telekom-Shop nahm Router und Receiver erst im zweiten Anlauf an, zwischenzeitlich sei eine Frist verstrichen, so die alte Dame. Die Telekom verlangt nun 14,53 Euro Schadenersatz für den Router, den sie nie in Gebrauch hatte. Sie weigert sich, die Forderung zu begleichen und verlangt eine Entschuldigung.

Auf WOCHENBLATT-Nachfrage gibt sie der Filialleiter des Stader Telekom-Shops freundlich und kooperativ und will die Sache umgehend in Ordnung bringen.
Traute Plückhahn ist erstaunt über das "plötzliche Entgegenkommen", nachdem man sie "monatelang hingehalten und schlechte informiert" habe.

• Servicepannen bei Telekommunikationsanbietern sind kein Einzelfall: Erst kürzlich berichtete das WOCHENBLATT über Frank Bredehöft (45) aus Holtorfsloh bei Seevetal, der monatelang auf einen DSL-der Telekom wartete.
Laura Buhler aus Stade meldet ein ähnliches Problem mit Kabel Deutschland. Sie warte seit Ende September auf einen Kabel-Anschluss. Ein Techniker habe eine Störung festgestellt, die bislang nicht behoben worden sei. Stattdessen nervtötendes Telefonieren mit diversen Abteilungen der Service-Hotline, lange Warteschleifen: "Bis diese Störung behoben ist, dauert es sicher noch Wochen."