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Startschuss für das Dow-Gaskraftwerk in Stade

Das Gaskraftwerk aus der Vogelperspektive: Im Vordergrund die Hallen mit den Turbinen, dahinter die Dampferzeuger und Schornsteine (Foto: Dow)

Mit hohem Wirkungsgrad zur autarken Energieversorgung / Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) war Ehrengast der Einweihungsfeier


tp. Stade. Meilenstein der Energieversorgung am Industrie-Standort Stade-Bützfleth: Der Chemie-Gigant Dow hat am Mittwoch sein neues Gaskraftwerk in Betrieb genommen.

Den Startschuss gaben am Vormittag Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne), der Geschäftsführer der Dow Deutschland-Anlagengesellschaft Dieter Schnepel, Dow Deutschland-Präsident Ralf Brinkmann, Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD) und der Europa-Produktions-Vizepräsident des Dow-Konzerns, Peter Holicki. Das Quintett setzte vor Zuschauern mit einem gemeinsamen Knopfdruck die erste Gasturbine in Gang.

Die zukunftsweisende Anlage ist Teil einer im Aufbau befindlichen, auf Selbstversorgung des Dow-Werks ausgerichteten, integrierten Kraftwerksanlage, die mit Gas, Wasserstoff, Biomasse und Kohle betrieben wird. Der Kohle-Anteil an dem Konzept steht, wie berichtet, wegen der aus Sicht von Umweltschützern immer noch zu hohen Emission des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid in der Kritik.

Dow-Präsident Brinkmann hingegen sagte, dass das Stader Werk indirekt sogar einen Beitrag zur Energiewende leiste. Dow Stade produziert Epoxidharz, das zum Beispiel bei der Herstellung von Rotorblättern für moderne Offshore-Windanlagen Verwendung findet.

Laut Anlagengesellschafts-Chef Schnepel wird im neuen Gaskraftwerk im Gegensatz zur alten Gasanlage aus den 1970er Jahren ein Wirkungsgrad von 85 Prozent erreicht. Dank Kraft-Wärme-Kopplung wird neben Strom auch Dampf für die Produktion im Dow-Chlor-Werk erzeugt.

Umweltminister Wenzel sagte: „Wenn alle Kraftwerke im Land einen solchen Wirkungsgrad erreichten, wären weiter beim Klimaschutz erheblich weiter.“ Die Regierung will künftig keine neuen Kraftwerke mit einem Wirkungsgrad unter 55 Prozent zuzulassen.

"Das Kraftwerk ist hier am richtigen Platz", sagte Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD) und sicherte die Unterstützung der Stadt für das integrierte Energiekonzept zu. Nieber betonte zudem die Rolle von Dow als großen Arbeitgeber, der in einigen Familien Generationen beschäftige.

• Die Dampfproduktion der Anlage hat eine Leistung von 300 Megawatt, die Leistung der Stromproduktion beträgt 163. Mit dieser Strommenge könnten ca. 60.000 Haushalte versorgt werden. Der Strombedarf der Dow liegt bei 600 Megawatt.