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"Wirtschaftlicher Erfolg gehört zum Glück"

Rund 800 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft kamen zum IHK-Neujahrsempfang ins Stadeum
 
IHK-Präsident Lothar Geißler sieht im demographischen Wandel eine der größten Herausforderungen der Zukunft

IHK-Neujahrsempfang mit 800 Gästen / Bahn-Chef Dr. Rüdiger Grube hielt die Festrede

lt. Stade. "Zum glücklich sein gehört wirtschaftlicher Erfolg", so Lothar Geißler, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Stade in seiner Rede anlässlich des großen IHK-Neujahrsempfangs im Stadeum mit rund 800 geladenen Gästen, darunter auch Dr. Rüdiger Grube (61), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG.
Geißler bezog sich in seiner Rede auf den "Glücksatlas", eine Studie der Deutschen Post. Demnach ist Arbeitslosigkeit eine der stärksten negativen Einflussfaktoren für das Glück. Jede Art von Tätigkeit - auch Zeitarbeit - sei damit bedeutend besser als gar nichts zu tun, so der IHK-Präsident. Die soziale Marktwirtschaft mit einem stabilen Wachstum und Teilhabe möglichst vieler Menschen am Erwerbsleben sei daher das beste System, das man sich wünschen könne.
Als die entscheidenden Einflussgrößen der kommenden Jahre bezeichnete Geißler die demographische Entwicklung der Gesellschaft sowie die Entwicklung der Staatsfinanzen.
Bereits im Jahr 2025 werde der Altersdurchschnitt in manchen Kommunen bei etwa 60 Jahren liegen. Vor diesem Hintergrund müssten alle gewohnten Strukturen des gemeinsamen Lebens neu überdacht werden, so Geißler. Er erwartet in der Region einen starken Wettbewerb um Neubürger und Schüler, aber auch um Auszubildende, Mitarbeiter und Betriebe, dem man sich offensiv stellen müsse.
Applaus erntete Geißler für seine Aussage, dass die großen Fernstraßenprojekte, speziell die Küstenautobahn A 20 mit fester Unterelbquerung bei Drochtersen und die A 26 von Drochtersen nach Hamburg künftig die höchste Priorität haben müssten. Die Projekte seien wichtig und dringend und verträgen keine kleinliche Lokalpolitik.
Wenig optimistisch zeigte sich Geißler in Bezug auf das Thema öffentliche Finanzen und Staatsschulden. Obwohl es in Deutschland nie höhere Staatseinnahmen gegeben habe als im vergangenen Jahr, sei es nicht möglich, Schulden zurück zu zahlen. "Wohin soll das führen?", fragte der IHK-Präsident seine Zuhörer.
Enttäuschend findet Geißler, dass in den Programmen aller Parteien für die anstehende Wahl ausschließlich über Steuererhöhungen, aber nicht über Ausgabenkritik gesprochen werde. Die IHK werde die Finanzpolitik nur dann konstruktiv begleiten, wenn es eine ehrliche Auf- und Ausgabenkritik gebe.
Die Festrede beim IHK-Neujahrsempfang hielt Bahn-Chef Dr. Rüdiger Grube. Der gebürtige Moorburger, der zugab, viel zu selten in seiner Heimatregion zu sein, sprach u.a. über Herausforderungen und Ziele, die die Deutsche Bahn in Zukunft beschäftigen werden.
Das Unternehmen soll z.B. bis 2020 eine Vorreiterrolle in Sachen Energiewende übernehmen. Bereits ab April 2013 werden alle Fernzüge zu 75 Prozent mit 100 Prozent Ökostrom betrieben, so Grube. Mithilfe von speziellen Bremsen aus Faserverbundstoffen (CFK) soll außerdem der Schienenlärm um die Hälfte reduziert werden.
Wichtig sei, die Menschen für die Notwendigkeit von Infrastrukturprojekten zu sensibilisieren. Gleichwohl müsse man Kritiker immer ernst nehmen, von Anfang an bei allen Projekten für die nötige Transparenz sorgen und konstruktive Gespräche zulassen.
Musikalisch begeisterte die siebenköpfige Jugendband "CaliperBrake" aus dem Raum Stade die Besucher des Neujahrsempfangs mit einer Mischung aus Jazz, Soul und Funkmusik.