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"Ashausen ist kein Wendland"

Investor Jörg Schröder
thl. Ashausen. Discounter oder Dorfladen? Diese Frage wird derzeit in Ashausen heftig diskutiert. Der Heimatverein möchte nämlich am Alten Schützenplatz einen genossenschaftlich geführten Dorfladen etablieren. Auf der anderen Seite steht der Discounter "Netto" für ein Grundstück an der Ortseinfahrt an der Scharmbecker Straße in den "Startlöchern". Im WOCHENBLATT-Interview erklärt Investor Jörg Schröder seine Pläne und warum ein Discounter für die Ashausener besser ist.
WOCHENBLATT: Herr Schröder, der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Stelle hat einen Beschluss gefasst, dass bis zum Ende dieses Jahres nicht über ihren Netto-Antrag entschieden wird, um dem Heimatverein die Chance zu geben, sein geplantes Projekt auf die Beine zu stellen. Ihre Meinung dazu?
Jörg Schröder: Glücklich bin ich über die Entscheidung nicht, denn unsere Pläne sind schon sehr weit geschritten und werde so erst einmal auf Eis gelegt.
WOCHENBLATT: Im Dorf mehren sich aber die Stimmen, die keinen Discounter haben wollen.
Schröder: Das ist normal und erleben wir immer wieder. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass es in fünf Jahren in jedem Dorf einen Discounter geben wird - auch in Ashausen
WOCHENBLATT: Selbst wenn der Heimatverein mit seinem Dorfladen das Rennen macht?
Schröder: Auch dann. So ein Dorfladen ist kurzfristig sicher eine Bereicherung, aber auf Dauer nicht überlebensfähig. Das würde nur mit langjähriger finanzieller Unterstützung gehen, sprich, wenn die Kunden das Geschäft über die Preise subventionieren. Aber wer macht das schon? Wenn man für 50 Euro im Dorfladen einkauft, die Waren aber z.B. in Stelle für 35 oder 40 Euro bekommt - wo fahren die Leute dann wohl hin? Ein Filialunternehmen kann zudem umsatzschwache Monate überbrücken, ein Dorfladen nicht.
WOCHENBLATT: In anderen Regionen funktioniert so ein Dorfladen aber auch.
Schröder: Ashausen ist kein Wendland. Dort gibt es im Umkreis von 25 Kilometern und mehr keine Einkaufsmöglichkeiten. Das ist hier anders. Hier sind Winsen und Stellen direkt nebenan.
WOCHENBLATT: Trotzdem sehen viele einen Discounter als Schreckgespenst.
Schröder: Auch bei den Discountern gibt es immer wieder Veränderungen. Wir wollen dort keinen groben Betonklotz hinstellen, sondern ein funktionales Gbeäude im modernen Design. Und Netto will in dem Laden ein zeitgemäßes Sortiment anbieten. Denn es soll das optimale für den Standort erreicht werden.
WOCHENBLATT: Herr Schröder, vielen Dank für das Gespräch.