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Das ist Kunst und Kultur für alle

Tanja Benecke bekam viel Lob für ihren Pfau aus alten Hufeisen
mum. Stelle. Kirsten Meyer und Marianne Heitmann haben es an diesem Wochenende wohl am besten getroffen: Die beiden Künstlerinnen sitzen in einem wunderschönen Hinterhof in Stelle, genießen frische Erdbeeren und heißen Kaffee. Im Hintergrund lässt Flötenbauer Jürgen Hochfeld eines seiner Instrumente erklingen. Die perfekte Atmosphäre, um sich auf Kunst einzulassen. Das denken auch zahlreiche Passanten, die in den Hinterhof schlendern und einen Blick auf die Werke der beiden Frauen werfen. Wenn ein ganzes Dorf im Kunst-Rausch ist, dann kann dies nur einen Grund haben: der Verein "Kunstwerk Stelle" hat wieder zum "KunstDorf" eingeladen. Mehr als 70 Künstler präsentierten sich und ihre Arbeiten überall in Stelle. Wirklich überall - in Hinterhöfen und Garagen, in der Kirche, im Rathaus oder einfach auf öffentlichen Plätzen. Dazu gab es noch Musik und Lesungen.
"Diese Veranstaltung ist einfach perfekt", schwärmt Tanja Benecke. Die 38-Jährige hat ihren Platz vor einer Bank-Filiale gefunden. Zwischen den Beeten und Bänken zeigte sie ihre Kunst - beeindruckende Konstruktionen aus alten Hufeisen. Am besten gefiel den Passanten ein großer Pfau. "Es gibt hier keine Schwellenangst", sagt Tanja Benecke. "Menschen bleiben einfach stehen und sagen, was sie denken." Ihr schönstes Kompliment: Eine Frau, die offensichtlich in Eile war, hielt inne und meinte dann: "Das sieht sehr schön aus!"
Und woran erkannten die Besucher, wo sie den nächsten Künstler finden? Auch da waren die Mitglieder des Kunstvereins pfiffig. Überall dort, wo Kunst und Kultur stattfand, wiesen große bunte Regenschirme den Weg.
Schatzmeister Jürgen Worbel schien an diesem Wochenende der Einzige zu sein, der etwas angespannt war. Aber nicht wegen der Finanzen. Denn das Mega-Event kostet nicht mehr als 3.000 Euro. Die Gemeinde beteiligt sich mit 1.200 Euro. "Und das Geld werden wir nicht einmal komplett abrufen müssen", so Worbel. Der Schatzmeister suchte nur den nächsten Künstler, den er interviewen konnte. Das Geheimnis des Steller "KunstDorf"-Erfolgs liegt auf der Hand: Die 60 Mitglieder des Kunstvereins sind Teil des Dorfes geblieben. Das "Wir"-Gefühl ist greifbar. Hier ist Platz für alle Facetten der Kunst. So macht Kunst Spaß - und dürfte sogar noch etwas mehr kosten.