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"Es gab viele Veränderungen"

Bürgermeister Uwe Sievers (Foto: archiv)
thl. Stelle. Der Jahresrückblick von Stelles Bürgermeister Uwe Sievers:
"Die letzte Ratssitzung ist vorüber, der Haushalt 2015 verabschiedet und wichtige Projekte können auf den Weg gebracht werden. Ich nutze die Gelegenheit um Rückschau zu halten auf das vergangene Jahr.
Besonderes Augenmerk möchte ich zunächst auf die vielen baulichen Veränderungen in der Gemeinde lenken. Vieles wurde erweitert, saniert oder neu errichtet. Manche Baumaßnahme fällt auf den ersten Blick nicht auf, wenn sich das äußere Erscheinungsbild kaum verändert, wie zum Beispiel bei der Sanierung der Schulsporthalle. Der Innenbereich der Halle hat ein komplett neues Gesicht bekommen, Decke, Prallschutz und Fußboden wurden erneuert, Sanitärbereiche und elektrotechnische Anlagen modernisiert. Im Planungsprozess waren nicht nur Politik und Verwaltung, sondern auch die Schulen und der TSV Stelle eingebunden. So ist sichergestellt, dass unsere Schulsporthalle auch in den kommenden Jahrzehnten für den Sport und für Veranstaltungen zur Verfügung steht.
Eine besondere Umgestaltung erfuhr die Grundschule Stelle. Hier konnte in den Sommerferien der AWO-Hort mit drei Gruppen einziehen. Die dafür notwendigen Umbauarbeiten wurden im Sommer durchgeführt. Da sich gezeigt hat, dass der Hort neben dem Ganztagsangebot der Grundschule weiterhin drei Gruppen haben wird, wurde nun auch die Erweiterung um einen Bewegungsraum und sanitäre Anlagen beschlossen. Zum Schuljahresbeginn 2015/2016 soll der Raum zur Verfügung stehen.
Raumbedarf gibt es auch in der Grundschule Ashausen. Für eine Übergangszeit wurden Container aufgestellt, um kurzfristig Abhilfe zu schaffen. Nachdem die Schule ihr pädagogisches Konzept erarbeitet hatte, wurde im Herbst mit Hilfe eines externen Schulberaters ein Raumkonzept entwickelt und vom Gemeinderat in seiner Dezembersitzung beschlossen. Damit können nun die konkreten Planungen für eine Erweiterung beginnen.
Familien mit Kindern haben in unserer Gemeinde einen hohen Stellenwert. Über das Projekt ‚STELLEinklusiv‘ werden die Bedürfnisse der Familien immer wieder thematisiert und in Arbeitsgruppen Lösungen für die unterschiedlichen Problematiken erarbeitet. Der großen Nachfrage nach Krippenplätzen in Fliegenberg konnten wir mit den bisherigen Angeboten in einer gemischten Gruppe nicht nachkommen. Durch die Aufstellung von mobilen Raumzellen konnten Räume für die Unterbringung einer gesonderten Krippengruppe geschaffen werden. Der Schulhof wurde dafür umgestaltet. Acht kunterbunte Raumzellen bieten nun Platz für 15 Krippenkinder.
Bereits 2013 haben wir in einer Elternbefragung den zusätzlichen Betreuungsbedarf in Kitas für die Zeit der Sommerferien ermittelt. Daraufhin wurden verschiedene Angebote konzipiert. Neben der schon vorhandenen Ferienbetreuung im Jugendzentrum wurde in diesem Jahr erstmalig eine schulübergreifende Betreuung in der Grundschule Ashausen für Schulkinder, eine Betreuung für Kindergarten- und Krippenkinder im Kindergarten Ashausen und ein ABC-Camp für Schulanfänger im Jugendzentrum angeboten. Im nächsten Jahr wird es eine Neuauflage dieser Angebote geben. Anmeldungen werden bereits entgegengenommen.
Das Stichwort Sommerferien nutze ich zur Überleitung auf das Thema Freibad. Zum Saisonstart in diesem Jahr wurde hier der Eingangsbereich umgestaltet. Gemeinsam mit dem neuen Logo wurde damit ein freundliches Entree geschaffen. Der frisch renovierte Kiosk konnte im Juni eröffnet werden. Die neue Pächterin erweiterte sehr zur Freude der Freibadbesucher das kulinarische Angebot und ansprechende Sitzgelegenheiten laden jetzt zum Verweilen auf der Terrasse ein. Die Umgestaltung des Freibades ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Das 2013 beschlossene Freibadkonzept soll weiter umgesetzt werden. Eine erneute Besucherbefragung im Sommer gab uns außerdem Aufschluss über weitere Wünsche und Anregungen.
Eine weitere Baumaßnahme gab es im vergangenen Jahr in Wuhlenburg, wo der Buswendeplatz neu gestaltet wurde. Eine neue Wetterschutzhütte und eine Informationstafel für Tagestouristen und Naherholungssuchende wurden aufgestellt und die Asphaltdecke erneuert. Als Maßnahme der LEADER-Region ‚Achtern-Elbe-Diek‘ gab es dafür Fördergelder für die Gemeinde.
Ein weiteres LEADER-Projekt, der Naturerlebnis-Pfad in der Seeveniederung mit dem Neubau der Seevebrücke zwischen Junkernfeld und Steller See konnte im Herbst fertiggestellt werden.

Unsere LEADER-Region ‚Achtern-Elbe-Diek‘ hat sich für die Förderperiode 2014 – 2020 neu aufgestellt. Neben den Gemeinden Seevetal, Stelle, der Stadt Winsen und der Samtgemeinde Elbmarsch im Landkreis Harburg ist nun die Samtgemeinde Bardowick aus dem Landkreis Lüneburg hinzugekommen. Für die erneute Anerkennung als Förderregion wird gerade ein Regionales Entwicklungskonzeptes (REK) erarbeitet. Am 9. Januar 2015 werden wir unsere Bewerbung dem Land Niedersachsen übergeben. Gemeinsam hoffen wir auf den erneuten Zuschlag als Förderregion.
Eine weithin sichtbare Veränderung gibt es im Neubaugebiet ‚Oldendörpsfeld-West‘. Nach Abschluss der Erschließung schreitet die Bautätigkeit der neuen Grundstückseigentümer zügig voran. Stelles Ortsbild ist weiter im Wandel. Dies wird sich mit der Entwicklung des Gewerbegebietes ‚Fachenfelde-Süd‘ fortsetzen. Nachdem die Gespräche mit der Firma Aldi über eine mögliche Ansiedlung erfolglos blieben, wurde ein Kooperationsvertrag mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Harburg geschlossen. Sie wird nun die Erschließung und Vermarktung des neuen Gewerbegebiets übernehmen.
Im Frühjahr wurde die neue Asylbewerberunterkunft des Landkreises an der Straße Zum Reiherhorst fertiggestellt. Nach und nach zogen hier immer mehr Menschen ein. Eine große Gruppe ehrenamtlicher Helfer fand sich zusammen, um die Ankommenden willkommen zu heißen und zu unterstützen. Das neu eingerichtete Internationale Café im Gemeindehaus der St. Michaels Kirche wird sehr gut angenommen. Zahlreiche Fahrräder wurden gespendet und für die Asylbewerber verkehrssicher aufbereitet, um ihnen Mobilität zu verleihen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an alle, die sich engagieren und den Menschen, die in ihrer Heimat unfreiwillig in Not geraten sind, hilfreich zur Seite stehen. Ihr Engagement ist beeindruckend und vorbildlich. Die Unterkunft ist mittlerweile bis zum letzten Platz belegt. Weitere Asylbewerber werden dem Landkreis Harburg in den kommenden Monaten zugewiesen und brauchen eine Bleibe. Die Gemeinden sind allesamt aufgefordert, Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen. In Stelle werden zurzeit mehrere Standorte untersucht. Das Thema bleibt aktuell. Mit vereinten Kräften bemühen sich Landkreis und Gemeinden um Lösungen.

Als neue Einrichtung wird zum Jahresbeginn die FamilienSTELLE im Gebäude Kirchweg 1 starten. Damit werden wir eine zentrale Beratungsstelle für Familien schaffen. Ratsuchende werden sich einen Überblick über das Gesamtangebot an Beratungsstellen verschaffen können, erhalten bei Bedarf aber auch direkt Beratung. Das Angebot besteht nicht nur für Eltern, auch Erzieher, Lehrer oder Jugendgruppenleiter können es in Anspruch nehmen. Zunächst gilt es für ein Jahr. Über eine Fortführung wird im Herbst nächsten Jahres auf der Grundlage einer ersten Evaluierung entschieden.
Rückblickend möchte ich auch die vielen Sanierungsarbeiten im Straßenbau nicht unerwähnt lassen: In Fliegenberg wurde der Gehweg im ersten Abschnitt erneuert, in Rosenweide die Straßensanierung abgeschlossen. Die Ashausener Straße wurde vom Bardenweg bis zum Schafwedel saniert. Außerdem gab es viele kleinere Maßnahmen im Bereich der Oberflächenentwässerung.
Im Zuge der Errichtung des dritten Gleises zwischen Stelle und Lüneburg hat die Deutsche Bahn AG in Ashausen diverse Gemeindestraßen genutzt. Durch den intensiven Baustellenverkehr wurden diese teilweise erheblich beschädigt. Mit der DB wurde nach langen Verhandlungen nun eine Vereinbarung getroffen, die die Wiederherstellung der Straßen vorsieht. Mit den Arbeiten soll im Frühjahr 2015 begonnen werden. Das dritte Gleis wurde offiziell im Juli in Betrieb genommen.
Das Thema Bahn beschäftigt die Gemeinde auch in Bezug auf die Alternativplanungen zur sogenannten Y-Trasse von Hannover in Richtung Hamburg und Bremen. Das neu gegründete "Bürgerbündnis Nordheide gegen Eisenbahn-Neubautrassen", in der sich Mitglieder von Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften aus verschiedenen betroffenen Ortsteilen wie z.B. Luhdorf, Bahlburg, Vierhöfen usw. zusammengeschlossen haben, hat zu diesem Thema im Dezember eine Informationsveranstaltung in der Grundschule Ashausen durchgeführt, um die Bevölkerung frühzeitig für die Problematik zu sensibilisieren. Im Februar soll ein so genanntes Dialogforum starten. Gemeinsam mit dem Landkreis Harburg fordern wir eine stärkere Einbindung der kommunalen Ebene in den angekündigten Dialogprozess.

Was hat die Gemeinde 2014 noch beschäftigt? Ein Thema, das in diesem Jahr mehrfach auf der Tagesordnung in den Gremien stand, war der vorhabenbezogene Bebauungsplan "Biogasanlage Lohchaussee (Erweiterung)". Im April beschloss der Verwaltungsausschuss zunächst die Aussetzung des Bauleitverfahrens, weil die Grundwassersituation in Stelle näher untersucht werden sollte. Nach vielen Diskussionen zu dieser Thematik aber auch über das Maß der baulichen Nutzung im Bebauungsplanentwurf konnte in den politischen Gremien letztlich kein Konsens gefunden werden. Im September wurde die Einstellung des Verfahrens beschlossen.
Hinweisen möchte ich an dieser Stelle auch auf die Entwicklungen im Bereich der Sportförderung. Eine Arbeitsgruppe aus Politik und Verwaltung hat unter Beteiligung der Vereine eine neue Sportförderrichtlinie erarbeitet, die vom Rat beschlossen wurde. Damit werden wir die Arbeit unserer Sportvereine ab dem kommenden Jahr durch höhere Zuschüsse unterstützen und ihnen Planungssicherheit für die Zukunft geben.
Angesichts der Pflichtaufgaben einer Gemeinde und der vielen freiwilligen Leistungen, die unsere Gemeinde für ihre Bürgerinnen und Bürger erbringt, möchte ich zum Schluss noch die aktuelle Finanzlage der Gemeinde ansprechen. Der Ergebnishaushalt 2015 ist ausgeglichen und erwirtschaftet laut Plan einen kleinen Überschuss in Höhe von rd. 37.000€. Die pro Kopf-Verschuldung beträgt aktuell 19,13 €, eine Kreditaufnahme für investive Maßnahmen wird nicht notwendig sein. In den letzten Jahren hat sich die Einnahmesituation verbessert. Ein „dickes Polster“ konnte die Gemeinde sich aber wegen der allgemeinen Kostensteigerungen und der vielfältigen Aufgaben nicht zulegen. In Anbetracht der zu erwartenden Entwicklung –eine nennenswerte Erhöhung Kreisumlage ist im Gespräch- ist daher besonderes Fingerspitzengefühl gefragt. Wir werden sparsam wirtschaften müssen, um auch weiterhin für unsere Zukunftsfähigkeit investieren zu können.
Zum Abschluss meines Rückblicks möchte ich allen, die die Entwicklung der Gemeinde begleitet und unterstützt haben, meinen Dank aussprechen. Neben dem Rat und den Mitarbeitern in der Verwaltung mit ihren Außenstellen sind dies ganz besonders die vielen Menschen, die sich in vielfältiger Weise ehrenamtlich engagieren. Uneigennützig leisten sie wertvolle Arbeit, ohne die unser Gemeinwesen nicht funktionieren würde. Ihnen möchte ich Mut zusprechen, sich auch weiterhin zum Wohle der Menschen und im Interesse unserer Gemeinde einzubringen. Dann wird es uns auch weiterhin gelingen, Stelle als lebens- und liebenswerte Gemeinde zu bewahren und gleichzeitig zukunftsorientiert zu gestalten.
Ich wünsche allen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Stelle -sowie denen unserer Nachbargemeinden- für das neue Jahr 2015 Gesundheit, Glück und persönliches Wohlergehen."