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Heimatverein stellt Pläne vor

Dorfhaus-Team: Jörg Scheel, Klaus-Dieter Klose, Bernd Noack, Willi Gräbner, Reinhard Behr und Christian Popp (v. li.)
 
Zahlreiche Interessierte kamen und stellten Fragen zu den Plänen des Heimatvereins
bs. Ashausen. Die Pläne zur Errichtung eines Dorfhauses mit einem Dorfladen an der Ecke Ashausener Straße und Büllhorner Weg zur Sicherstellung der Nahversorgung der rund 3.500 Bürger in Ashausen (das WOCHENBLATT berichtete), stellte der örtliche Heimatverein jetzt den interessierten Einwohnern im Gasthaus Behn´s vor.
"Ich bin erstaunt, wie voll das Haus ist", begrüßte Vereinsvorsitzender Reinhard Behr die rund 250 anwesenden Bürger. "Wichtig ist uns nicht nur die Errichtung eines Einkaufsladens an sich, sondern auch, dass wir mit dem Dorfhaus einen Ort zum 'klöönen', einen Treffpunkt für die Herstellung sozialer Kontakte entstehen lassen", so Christian Popp vom Dorfhaus-Team, der den bisherigen Planungsstand, der im Wesentlichen wie folgt aussieht, vorstellte: Ein L-Förmiges Gebäude mit mehreren kleinen Läden und einem großen Dorfladen mit Café und barrierefreien Wohnungen im Obergeschoß, soll auf rund 800 Quadratmetern in der Ortsmitte entstehen. Die veranschlagten 2,5 Millionen Euro Kosten, sollen mit rund 500.000 Euro aus der Gründung einer Genossenschaft, bestehend aus den Bürgern Ashausens, der Rest mit einem Bankkredit finanziert werden. Die Eigentümerin wäre die Genossenschaft, die sich damit vor allem das Mitbestimmungsrecht sichern will. "Wir haben einen gewissen Anspruch an die Waren, die möglichst frisch und aus der Region kommen sollen", so Popp.
Einen externen Betreiber mit großem Marken-Discounter und Billig-Waren im Gepäck, soll es nach den Wünschen den Heimatvereins in Ashausen also nicht geben, was aber sagen die Ashäusener dazu?
Nach der Vorstellung kamen diese zu Wort. Kritische Stimmen kamen vorrangig von den Bürgern, die in unmittelbarer Nähe zum geplanten Dorfladen leben. Sie stellten vor allem die Wirtschaftlichkeit und Verkehrssituation im betroffenen Gebiet in Frage. Harald Hempen, Eigentümer der Fläche neben dem geplanten Dorfhaus, meldete sich mehrmals kritisch zu Wort: "Stelle verfügt bereits über eine exzellente Nahversorgung, warum also sollten die Bürger in Ashausen einkaufen und hier womöglich mehr ausgeben, als ein Dorf weiter?" so Hempen. Auch die Frage nach einem möglichen "Plan-B" bei Leerstand kam auf. "Wir errichten die Räumlichkeiten so, dass notfalls auch vermietet werden kann", antwortete der Verein und betonte: "Wir treten hier ganz sicher nicht an, um zu scheitern!"
Fazit: Auch wenn das Konzept noch nicht ausgereift ist, stößt es bei den Ashäusenern auf Zuspruch. "Wir bitten auch um die Einsicht, dass noch detailliertere Ausarbeitungen zunächst einmal finanzieller, vor allem aber Ihrer vollen Zustimmung bedarfen", so Willi Gräbner vom Dorfhaus-Team.
Wie geht es nun weiter? Auf Nachfrage des WOCHENBLATTES erklärt dazu Reinhard Behr: "Wir haben die Bögen ausgewertet und rund 160 Antworten zurückbekommen, von denen circa 90 Prozent für das Dorfhaus sind. 70 Prozent würden sich auch an der Genossenschaft beteiligen. Für die Anregungen der Bürger sind wir dankbar und lassen diese in die weitere Planung mit einfließen", so der Vorsitzende.
Nach diesem positiven Votum sollen Detailkonzept für die Gemeinde, Genossenschaftsgründung, Konkretisierung der Finanzierung, Verhandlungen für das Gemeinde-Grundstück und Bauantrag noch in diesem Jahr erfolgen. Mit der Eröffnung plant der Verein im Herbst 2016.