Mügge-Beitrag

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Wi snackt: De Paster, de Köster un de Hund

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 05.09.2014

"De Paster, de Köster un de Hund verdeent all dree ehr Brot mit'n Mund", heißt es im Volksmund. Übersetzt bedeutet das: "Der Pastor, der Kirchendiener und der Hund verdienen alle drei ihr Brot mit dem Mund." Eine niederdeutsche hintersinnige Redensart, die deutlich unterstreichen soll, dass der Pastor (nur) ein Mann des Wortes ist. Heinz Mügge

Wi snackt Platt: De Höhner leggt de Eier dör'n Kropp...

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 29.08.2014

"De Höhner leggt de Eier dör'n Kropp, de Koh melkst dör den Hals, un dat Perd mutt putzt warrn mit den Hobern, de in de Krüpp blifft", heißt es im Volksmund. Übersetzt bedeutet dies: "Die Hühner legen die Eier durch den Kropf, die Kuh melkt man durch den Hals, und das Pferd muss geputzt werden mit dem Hafer, der in der Krippe liegen bleibt." Die Botschaft dieser Redensart lautet kurz und knapp: Von nichts kommt nichts. ...

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Wi snackt Platt: No'n Heger kummt de Feger...

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 15.08.2014

"No'n Heger kumme de Feger, no'n Höder kummt de Röhrer", heißt es im Volksmund. Übersetzt heißt das: "Nach einem Sparer kommt ein Draufgänger, nach einem Hüter kommt ein Verschwender." Diese alte Weisheit zum Thema "Erben" besagt, dass häufig nach einem sehr sparsamen Elternteil ein "Bruder Leichtfuß" folgt, der das angesammelte Vermögen verschwenderisch ("Röhrer" = Verrührer) ausgibt. Heinz Mügge

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Wi snackt Platt: Wat de Buer weten mutt...

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 01.08.2014

"De Buer mutt morgens weten, wat sien Lüüd doon mööt, un to'n Fröhstöck mutt he dorbi öber wesen", heißt es im Volksmund. Übersetzt bedeutet dies: "Der Bauer/Meister muss morgens wissen, was seine Mitarbeiter tun müssen, und zur Frühstückszeit muss er von allen Arbeiten frei sein." Dieser Spruch fasst kurz und knapp zusammen, dass ein Unternehmer morgens vor Arbeitsbeginn seiner Leute den Einsatzplan fertig haben muss. Das...

Wi snackt Platt: Dat Vermögen un de Doler

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 28.07.2014

"Dat Vermögen dröff nich öbern Doler komen, denn sleit de Giez to", heißt es im Volksmund. Übersetzt bedeutet dies: "Das Vermögen darf nicht über einen Taler kommen, sonst schlägt der Geiz zu." Der Taler ist eine alte Währung und heute durch den Euro ersetzt. Dieser Spruch nimmt besonders den Geizkragen aufs Korn: Hat er es erst zu einem gewissen Wohlstand gebracht, dann hortet er immer intensiver weiter. Auch wer ein...

Wi snackt Platt: Gesundheit un Tofrädenheit...

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 18.07.2014

"Gesundheit un Tofrädenheit un'n Schilln Geld, wenn't nödig deiht!", heißt es im Volksmund. Übersetzt bedeutet dies: "Gesundheit und Zufriedenheit und genügend Geld, wenn's nötig ist!" Diese niederdeutsche Redensart beschreibt eine Wunschvorstellung, die wohl jeder heimlich mit sich trägt. Denn ganz gut ist es, wenn alles zusammenkommt. Heinz Mügge

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Wi snackt Platt: "De Peer sloot sik jümmer an de lerrige Krüpp"

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 11.07.2014

"De Peer sloot sik jümmer an de lerrige Krüpp", heißt es im Volksmund. Übersetzt bedeutet das: "Die Pferde schlagen/zanken sich immer an der leeren Futterkrippe." Diese Feststellung ist häufig bei Kommunalpolitikern zu beobachten. Die größten und längsten Diskussionen werden geführt, wenn gar kein Geld für die Umsetzung der Maßnahme vorhanden ist. Eine Erfahrung, die ich im Kreistag gemacht habe. Heinz Mügge

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Wi snackt Platt: Dat kummt von't lange Predigen...

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 20.06.2014

"Dat kummt von't lange Predigen, sä de Paster, do harr he in de Büx scheten." Übersetzt heißt dies: "Das kommt vom langen Predigen, sagte der Pastor, da hatte er in die Hose gemacht." In diesem deftigen plattdeutschen Spruch wird der Pastor als Mann des Wortes zitiert. Allgemein ist es eine Redensart, wenn zu lange Reden gehalten werden. Heinz Mügge

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Wi snackt Platt: Sünndag hinkt keen Deern

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 13.06.2014

"Sünndag hinkt keen Deern", sagt der Volksmund. Übersetzt heißt dies: "Am Sonntag hinkt kein Mädchen." Der Spruch bezieht sich nicht nur auf den Sonntag, sondern ist allgemein zu verstehen. Keiner lässt es darauf ankommen, sitzen zu bleiben. Ist sie/er auch die ganze Woche über krank, so geht es am Wochenende trotzdem auf die Piste. Heinz Mügge

Wi snackt Platt: "Ik will giern bi't Eten stohn..."

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 30.05.2014

"Ik will giern bi't Eten stohn, wenn ik man bi de Arbeit liggen gohn kann", sagt eine Redensart. Übersetzt bedeutet sie: "Ich will gerne beim Essen stehen, wenn ich man bei der Arbeit liegen kann." Zu diesem alten Brauch muss man wissen, dass Kinder früher beim Essen stehen mussten. Es war eine alte Sitte, die sowohl im ländlichen Raum als auch in der Stadt anzutreffen war. Heinz Mügge

Wi snackt Platt: "Bang bün ik nich, ober lopen kann ik düchtig"

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 23.05.2014

"'Bang bün ik nich', sä de Jung, 'ober lopen kann ik düchtig'", heißt es im Volksmund. Übersetzt bedeutet dies: "'Angst habe ich nicht', sagte der Junge, 'aber laufen kann ich sehr schnell.'" Eine vielfach geäußerte Redensart, die man vor fremden Gefahren gebraucht - beispielsweise vor fremden Hunden oder anderen wilden Tieren. Heinz Mügge

Wi snackt Platt: "Behool, wat du hest..."

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 15.05.2014

"Behool, wat du hest, un nehm, wat du kriegen kannst!", heißt es im Volksmund. Übersetzt bedeutet dies: "Behalte, was du hast, und nimm, was du kriegen kannst!" Diese bäuerliche Redensart sagt im ersten Teil, dass man vor allem standfest sein soll, und weist im zweiten Teil darauf hin, dass man sich im Leben rühren muss, um zu etwas zu kommen. Heinz Mügge

"Wi snackt platt": "Un dat wüllt Engels warrn, sä de Paster..."

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 09.05.2014

"Un dat wüllt Engels warrn, sä de Paster, dor stünn 'n Köppel dune Buern vör'n Kroog", heißt es im Volksmund. Übersetzt bedeutet es: "Und das wollen Engel werden, sagte der Pastor, da stand eine ganze Gruppe betrunkener Bauern vor einer Gaststätte." Diese Redensart weist auf die frühere räumliche Nähe der Gaststätte zur Kirche hin. Der Kirchgang war auch gleichzeitig eine "Nachrichtenbörse", wobei im Krug eine Stärkung...

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Wi snackt platt: "De Boom, de di Schatten gifft..."

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 02.05.2014

"Den Boom, de di Schatten gifft, den musst nich ümhaun", sagt der Volksmund. Übersetzt bedeutet dies: "Den Baum, der dir Schatten gibt, den darfst du nicht fällen." Bäume sind für uns und unsere Umwelt lebenswichtig, aber dieses Sprichwort meint viel mehr als nur den Umgang mit der Axt. Alles, was einem gut tut - egal, ob Wertgegenstände oder Erinnerungen -, das soll man bewahren bzw. behalten. Heinz Mügge

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"Wi snackt platt": De Herrgott kann de Buer nich argern

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 25.04.2014

"'Mi kannst nich argern', sä de Buer to'n Herrgott, "lettst du regen, föhr ik Meß!'", heißt es im Volksmund. Übersetzt bedeutet dies: "'Mich kannst man nich ärgern', sagte der Bauer zum Herrgott, "lässt du es regnen, fahre ich Mist!'". Auf diese Art und Weise kommt der Bauer immer zu seinem Segen, auch wenn es einiges an Flexibilität voraussetzt. Heinz Mügge

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Wi snackt Platt: "Mi kannst woll weglopen..."

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 11.04.2014

"'Mi kannst woll weglopen, man unsen Herrgott nich', sä de Buer, as de Voß mit de Goos afgüng", heißt es im Volksmund. Übersetzt heißt dies: "'Mir kannst du wohl weglaufen, aber unserem Herrgott nicht', sagte der Bauer, als der Fuchs mit einer Gans weglief." Diese Bauernweisheit sagt, dass keiner seiner gerechten Strafe entgehen kann. Sie gibt als Redensart einerseits die Ohnmacht des Besitzers gegenüber dem Gänsedieb wieder...

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Wi snackt Platt: "Wenn dat beten Etenkoken nich wöör..."

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 04.04.2014

"'Wenn dat beten Etenkoken nich wöör', sä de Schäper, 'denn harr dat Dörp woll an een Froonsminsch genoog'", heißt es im Volksmund. Übersetzt bedeutet dies: "'Wenn das bisschen Essenkochen nicht wäre', sagte der Schäfer, 'dann hätte ein ganzes Dorf wohl an einer Frau genug'". Diese Einsicht eines Frauenverächters findet wohl kaum Zustimmung in der Männerwelt. Heinz Mügge

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Wi snackt Platt: "Dor ward keen Freter geborn..."

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 28.02.2014

"Dor ward keen Freter geborn, de ward dorto mookt", heißt es im Volksmund. Übersetzt bedeutet dies: "Kein Kind wird als Fresser geboren, sondern es wird dazu gemacht." Dieses ist eine alte Weisheit, die von der modernen Wissenschaft immer wieder bestätigt wird. Heinz Mügge

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Wi snackt Platt: Vum Peerkoop un vum Freen

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 15.02.2014

"Bi'n Peerkoop un bi't Freen mutt'n de Ogen opdohn", sagt der Volksmund. Die Übersetzung: "Beim Pferdekauf und beim Heiraten muss man die Augen aufmachen." Pferde kauft man bei gutem Licht, und besonders beim Heiraten sollte man sich nicht von der Liebe blenden lassen. Sonst ist man leicht der Gelackmeierte. Heinz Mügge

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Wi snackt Platt: "Mit'n Globen kannst in'n Himmel komen..."

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 31.01.2014

"Mit'n Globen kannst woll in'n Himmel komen, man nich vör't Amt bestohn!", sagt der Volksmund. Übersetzt heißt dies: "Mit dem Glauben kann man wohl in den Himmel kommen, aber nicht vor einem Amt bestehen." Diese Redensart gibt den großen Respekt der Bevölkerung vor dem Amt oder Gericht wieder. Denn über liebgewonnene Gewohnheiten hat die Landkreisverwaltung oder Justiz oft ganz andere Ansichten. Heinz Mügge

"Wenn de Göös Woter seht..."

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 17.01.2014

"Wenn de Göös Woter seht, mööt se supen", sagt der Volksmund. Übersetzt bedeutet dies: "Wenn die Gänse Wasser sehen, dann müssen sie saufen." Diese Redensart ist besonders für Kinder gedacht, denn die wollen oft alles haben, was die gerade sehen. Das Sprichwort bedeutet, dass die Eltern nicht immer gleich nachgeben sollen, wenn Kinder etwas gierig verlangen. Heinz Mügge

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"Jeden no sien Möög..."

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 23.12.2013

"'Jeden no sien Möög', sä de Jung. 'Eet du man Kohl, Vadder, ik mag giern Speck!'". Übersetzt heißt dies: "'Jeder nach seinem Geschmack', sagte der Junge. 'Iss du Kohl, Vater, ich mag gerne Speck!'" Dieser (vorlaute) Spruch besagt, dass auch Kinder frühzeitig wissen, was gut schmeckt. Heinz Mügge

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Wat'n Swienstrog warrn schall...

Christoph Ehlermann
Christoph Ehlermann | am 11.10.2013

"Wat'n Swienstrog warrn schall, dor ward sien Leevdag keen Vigelin ut", heißt es in einem Sprichwort. Übersetzt bedeutet es: "Was ein Schweinetrog werden soll, da wird nie eine Geige draus." Eine Lebensweisheit, die besagt, dass den Kindern oft über die Gene etwas mitgegeben ist, woran die Eltern und Lehrer nicht viel ändern können. Heinz Mügge