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75-Jährige kommt bei Brand ums Leben - "Dass sie ein solches Ende finden musste..."

Die 75-jährige Ute S. fiel dem Brand zum Opfer (Foto: oh)
bim. Tostedt. "Ich war 30 Jahre lang mit ihr befreundet. Sie war voll zurechnungsfähig, an allem Aktuellen interessiert und lebenswillig. Sie hatte gehofft, dass sie das Bett eines Tages wieder verlassen kann. Dass sie nun so ein Ende gefunden hat...", sagt ein Tostedter betroffen. Er betreute fünf Jahre lang die bettlägerige 75-Jährige, die am Freitagabend bei einem Brand in der Straße "Am Brook" ums Leben kam.
Ute S.* habe das Bett aufgrund erheblicher Gleichgewichtsstörungen seit Jahren nicht verlassen können, so der Betreuer. Er sei bevollmächtigt gewesen, ihre Bankgeschäfte und Betreuungsangelegenheiten zu regeln. Eine Haushälterin habe den Haushalt geführt, die Diakonie die Pflege gewährleistet. Als der Rauchmelder am Freitagabend gegen 19.20 Uhr auslöste, sei sofort die Zentrale der Diakonie benachrichtigt worden, die wiederum umgehend die Feuerwehr alarmierte, die auch binnen weniger Minuten vor Ort gewesen sei. Dennoch konnte die 75-Jährige nicht mehr gerettet werden.
Die Polizei geht in ihrem Bericht bei der Brandursache "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" von einem fahrlässigen Umgang mit Feuer aus. Das hält auch Ute S.' Betreuer für denkbar. "Sie war Raucherin. Ich vermute, dass beim Anzünden einer Zigarette der glühende Streichholzkopf abgefallen ist", sagt er. Für die Benutzung eines Feuerzeugs habe die 75-Jährige nicht die Kraft gehabt.
Gerettet werden konnte zumindest eine im Erdgeschoss des Hauses wohnende 78-Jährige.
Nach dem Brand sei das Haus versiegelt worden. "Das Ärgerliche ist aber, dass die falsche Tür verplombt wurde und die im Erdgeschoss wohnende Frau übers Wochenende nicht ihre Wohnung kam und ohne Medikamente und Kleidung da saß", klagt der Betreuer.
Am Montagmorgen waren Dieter Hellberg und Ewald Wehkamp vom Tostedter Ordnungsamt vor Ort. "Wir wollen gucken, ob in der Wohnung noch Dinge sind, die gesichert und dem Gericht übergeben werden müssen", so Hellberg. Um die Dame aus dem Untergeschoss kümmere sich jetzt deren Familie.
* Name der Redaktion bekannt

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