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Ärgernis Fahrstuhl am Bahnhof Tostedt

"Der Bahnservice würde einen guten Teil für den positiven Empfang in Tostedt beitragen, wenn er seine Immobilien besser pflegen würde", sagt Burkhard Allwardt vom Fahrgastbeirat
bim. Tostedt. Vor sechs Jahren wurde der Tostedter Bahnhof für rund 2,3 Millionen Euro neu hergerichtet, davon 1,1 Millionen Euro aus Landesmitteln. "Da darf man erwarten, dass die Fahrstühle funktionieren und die Wartung sichergestellt ist", sagt Klaus Steinfatt vom Fahrgastbeirat. Doch die beiden Fahrstühle am Bahnhof, die einen barrierefreien Zugang ermöglichen sollen, fallen häufiger aus - der auf Gleis 1 in diesem Jahr bisher acht Mal, der auf Gleis 3/4 bisher zwölf Mal.
"Für Menschen mit Gehbehinderung bedeutet der Ausfall des Fahrstuhls, dass die Mobilität gleich Null ist", kritisiert Steinfatt. Gerade in Tostedt, in unmittelbarer Nähe zur Lebenshilfe-Werkstatt für Menschen mit Behinderung, solle das Erreichen der Bahngleise sichergestellt sein.
Bei der Lebenhilfe, so ist aus der Werkstatt zu erfahren, verzichtet mindestens ein Rollstuhlfahrer wegen der dauernd ausfallenden Fahrstühle inzwischen auf das Bahnfahren und nimmt stattdessen wieder den Lebenshilfe-Fahrdienst in Anspruch.
Ebenerdig ist am Tostedter Bahnhof nur Gleis 1 zu erreichen. Das Problem: "Kein Zug aus Rotenburg kommend, hält auf diesem Gleis. Alle Züge aus Richtung Süden halten auf Gleis 3 oder 4", erläutert Burkhard Allwardt, ebenfalls Mitglied des Fahrgastbeirates. Fällt ein Fahrstuhl aus, bleibe den darauf Angewiesenen oft nur die Möglichkeit, mit dem nächsten Zug weiterzufahren und mit einem anderen Zug zurückzufahren, der dann auf Gleis 1 hält, meint er.
Für das Ausfallen der Fahrstühle gebe es eine Reihe von Gründen, leider auch viele Ausfälle durch Vandalismus, so Egbert Meyer-Lovis, Sprecher der Deutschen Bahn. Eine Reparatur erfolge am selben oder spätestens am folgenden Tag. Es sei denn, es müssten Ersatzteile bestellt werden. Eine Ausnahme sei der Aufzugausfall am 17. Juli gewesen, bei dem die Türsteuerung defekt war und die Ersatzteilbeschaffung acht Tage dauerte.
Egbert Meyer-Lovis und die Fahrgastbeiratsmitglieder raten, jede Störung sofort der "3-S"-Zentrale Bremen zu melden, deren Telefonnummer (0421-221 4780) außen an den Fahrstühlen angegeben ist. Die "3-S-Zentrale" - die "3 S" stehen übrigens für "Service - Sicherheit - Sauberkeit" - sei täglich rund um die Uhr erreichbar und initiiere die Störungsbeseitigung.
Für Rollstuhlfahrer könne in Einzelfällen in Absprache mit Metronom und der Betriebsleitung eine Gleisänderung geprüft werden. Dies sei jedoch technisch und betrieblich nicht immer durchführbar, so der Bahn-Sprecher.
Was Burkhard Allwardt ebenfalls ärgert, sind die verschmutzten Scheiben der Fahrstühle. "Es sah toll aus, als es neu war, aber danach war niemand für die Unterhaltung zuständig", sagt er. "Der Bahnservice würde einen guten Teil für den positiven Empfang in Tostedt beitragen, wenn er seine Immobilien besser pflegen würde", so Allwardt. Mit Putzeimer, Lappen und Wischer ausgestattet, rückte er kürzlich selbst an, um die Scheiben zu putzen. Allerdings: Der Dreck befindet sich teilweise zwischen den beiden Scheiben. Und hält man die Tür zu lange geöffnet, wird man von einer freundlichen Stimme aufgefordert, die Tür freizugeben - natürlich nur, wenn der Fahrstuhl funktioniert.
• Seit Fertigstellung der Wohlau-Brücke in Buchholz streiken dort die Fahrstühle ebenfalls häufiger.