Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Alles ist sicher im Nadelöhr auf der B3" / Winter- und Rettungsdienst sind trotz der verengten Fahrbahn gewährleistet"

Den Winterdienst in der Verengung erledigt Maschinenführer Sven Görl mit einem VW Amarok
 
Sven Görl, Maschinenführer des Lohnunternehmens Heinrich Hauschild aus Nenndorf, sorgt bei Schnee und Eis für die Befahrbarkeit des verengten Abschnitts auf der B3-Bahnbrücke
bim. Sprötze. "Sind der Winter- und Rettungsdienst trotz der verengten B3-Bahnbrücke gewährleistet?" fragen besorgte WOCHENBLATT-Leser. Denn die Fahrbahnbreite im Bereich der Brücke ist seit November auf 2,10 Meter reduziert, da das marode Bauwerk nur noch von Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen befahren werden darf. "Es ist alles geregelt", sagt dazu Kreissprecherin Birgit Behrens.
Rettungswagen würden durch das Nadelöhr passen und haben für die Dauer der Endlos-Baustelle eine Ausnahmegenehmigung.
Die großen Feuerwehrfahrzeuge allerdings sind zu schwer und zu breit. Daher, so Behrens, wurde durch die Einsatzleitzentrale in Zusammenarbeit mit den Gemeindebrandmeistern ein Sonderalarmplan erarbeitet. Weil die Einsatzkräfte vor Ort Umwege in Kauf nehmen müssten, könnten zusätzliche Kräfte anderer Wehren alarmiert werden, damit die vorgegebene Hilfsfrist eingehalten werden kann. "Wir fahren zu Einsätzen wie gewohnt mit den Kräften aus Buchholz, Sprötze und Trelde und nehmen bei Bedarf die Umleitung über Kakenstorf. Parallel werden zusätzlich die Feuerwehren aus Kakenstorf und Welle alarmiert", so Buchholz Stadtbrandmeister Karsten Cohrs. Er betont: "Alles ist sicher."
Auch die Fahrzeuge der Betriebsgemeinschaft Straßendienst (BGS) in Hittfeld sind zu schwer. Der Winterdienst innerhalb der Baustelle wurde daher an das Lohnunternehmen Heinrich Hauschild in Nenndorf abgegeben. Maschinenführer Sven Görl schiebt und streut mit einem VW-Amarok, der vorne ein 2,20 Meter breites Schneeschild und hinten einen Streuteller hat. "Je nach Bedarf ruft die BGS an. Das geht meist schon um 1 oder 2 Uhr nachts los. Bei Schneefall räume ich dann mindestens drei Mal am Tag die Fahrbahn, manchmal auch vier Mal", erläutert Sven Görl.
Die Fußwege im Bereich der Baustelle würde die BGS per Hand freiräumen.
Da es sich um eine vom Bund an das Land delegierte Bundesbaustelle handelt, trägt die Kosten dafür der Bund, so Kreissprecherin Behrens.
Von der Verengung betroffen ist auch der Schulbusverkehr. Die Haltestelle "Lohbergen/Auf der Horst" ist entfallen. Dafür gibt es nun eine Ersatzhaltestelle "Auf der Horst Süd". "Grundschüler, die nach Sprötze müssen, wurden in die vorhandene Taxibeförderung integriert, um nicht die B3 überqueren zu müssen", so Birgit Behrens. Zumindest dafür würden keine zusätzlichen Kosten anfallen.

Kommentar: Kein Verständnis für die nervige Endlos-Baustelle

Seit dem Jahr 2011 steht fest, dass die Brücke saniert werden muss. Bereits seit April 2013 wird der Verkehr einspurig über die marode Brücke geführt. Seit Dezember 2014 ist die Brücke wegen Rissen in der Fahrbahn für Lkw über 24 Tonnen gesperrt. Weil sich - was Wunder - viele Brummifahrer nicht an die Beschränkung hielten und der Brücke weiterer Schaden drohte, kam nun die 3,5 Tonnen-Beschränkung - samt Fahrbahnverengung. Nur Baumaßnahmen für den vor Jahren angekündigten Bau sieht man nirgends.
Weil die Landesstraßenbaubehörde die Belastungen des Umleitungsverkehrs auf die umliegenden Ortschaften wie Tostedt sowie eine dringend notwendige Behelfsbrücke zunächst nicht berücksichtigt hatte und nacharbeiten musste, verzögerte sich das Planfeststellungsverfahren. Daher beginnen erst Mitte dieses Jahres die Bauarbeiten - erstmal nur die der Behelfsbrücke. Die eigentliche Brücke, deren Baustart ursprünglich für dieses Jahr vorgesehen war, soll dann Ende 2018 fertig sein.
"Was wird dort eigentlich gebaut?", werde ich von auswärtigen Gästen häufiger gefragt. Wenn ich dann erkläre, dass die eigentlichen Bauarbeiten noch auf sich warten lassen, die Brücke aber schon so kaputt ist, dass diverse Beschränkungen nötig sind, ernte ich nur Kopfschütteln und ungläubige Blicke. Während andernorts große Straßenbauvorhaben höchstens durch Anwohnerklagen verhindert werden. behindert sich der Bund hier selbst - zu Lasten von Anwohnern und Speditionen.
Bianca Marquardt