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Appell an die Hundehalter im Büsenbachtal: "Bitte nehmt Eure Vierbeiner an die Leine"

Schäfer Ekkehard von Hörsten möchte die Hundehalter für die Bedürfnisse seiner Heidschnuckenherde sensibilisieren
 
Mit diesen Schildern werden Hundehalter gebeten, Hunde im Büsenbachtal anzuleinen
bim. Handeloh. Wohl kaum ein Thema sorgte für derart hitzige Diskussionen, wie vor zweieinhalb Jahren der Vorstoß der Gemeinde Handeloh, im Landschaftsschutzgebiet Büsenbachtal einen ganzjährigen Leinenzwang einzuführen. Hintergrund waren insbesondere die Klagen des ortsansässigen Schäfers Ekkehard von Hörsten, dass einige Hundehalter ihre Vierbeiner auf Entfernung nicht unter Kontrolle hätten. Seit die Anleinpflicht in der Brut- und Setzzeit im Juli endete, sorgen nun Schilder im Büsenbachtal für Aufsehen und Diskussionen in Online-Netzwerken: "Freilaufende Heidschnucken und Hütehunde - bitte Hunde ganzjährig anleinen!" ist dort zu lesen - im Namen von Naturpark Lüneburger Heide, Gemeinde Handeloh, Samtgemeinde Tostedt und Landkreis Harburg.
Rückblick: Mit der FWH-/SPD-Mehrheit hatte der Handeloher Gemeinderat damals beschlossen, den ganzjährigen Leinenzwang weiter zu verfolgen. Dabei wurde aber nicht bedacht, dass dafür die Samtgemeinde als Feld- und Forstordnungsbehörde nach dem Wald- und Landschaftsordnungsgesetz zuständig ist.
Die wurde jetzt in Abstimmung mit dem Landkreis tätig und ließ die Schilder aufstellen. "Es ist nachvollziehbar, dass es Probleme gibt, wenn unangeleinte Hunde die Herde oder den Hütehund stören", sagt Tostedts Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam. Die Schilder seien als Appell an die Vernunft der Hundehalter für die notwendige Rücksichtnahme und ein vernünftiges Miteinander zu verstehen. "Wenn die Anleinpflicht als Satzung verabschiedet worden wäre, hätten wir es kontrollieren müssen, wofür wir nicht die personellen Kapazitäten haben", so Dörsam.
Dass das Miteinander im Büsenbachtal funktioniert, wenn gegenseitige Rücksicht genommen wird, ist an einem schönen Sommertag mit zahlreichen Spaziergängern und Familien in Picknick-Laune zu erleben. Die meisten Hundehalter haben ihre Vierbeiner angeleint, die anderen entfernen sich nicht allzuweit von Herrchen und Frauchen und lassen die Heidschnuckenherde in Ruhe grasen.
Wie wichtig diese Rücksichtnahme ist, macht Schäfer Ekkehard von Hörsten beim WOCHENBLATT-Besuch deutlich. "Ich möchte meinen Job ordentlich machen können und nicht immer darauf achten müssen, wann der nächste frei laufende Hund in die Herde rennt", sagt er. Seit vier Jahren ist er vom Landkreis Harburg als Unterer Naturschutzbehörde vertraglich mit der Heidepflege beauftragt. Diese Pflege übernehmen seine Heidschnucken als natürliche "Rasenmäher". Ist kein Gras mehr da, knabbern sie auch die Heidespitzen an, wodurch diese im Folgejahr noch prächtiger austreibt. Damit die Tiere aber ihre Arbeit machen und sich die Besucher daran erfreuen können, sei es eben nötig, dass die Schnucken beim Fressen ihre Ruhe haben. "Sie werden ja auch nicht gerne dauernd beim Mittagessen gestört". erklärt er.
Manche freilaufende Hunde würden ihren Jagdinstinkt ausleben und die Herde hetzen.
Die Folge: Hütehund Anton wird nervös, versucht die Herde zu schützen und konzentriert sich nicht mehr auf seine eigentliche Aufgabe, nämlich die Herde zu umrunden und so in einem bestimmten Bereich zu halten. Und die Heidschnucken würden verstört. "Ich hatte in diesem Jahr wegen hetzender Hunde und dem Stress für die Schafe schon fünf Totgeburten", berichtet Ekkehard von Hörsten. Zudem sei es in der Vergangenheit bis zu dreimal im Jahr vorgekommen, dass seine Schafe von freilaufenden Hunden attackiert wurden und zum Teil infolge der Verletzungen starben. In diesem Jahr habe er dadurch bislang ein Schaf verloren.
Wenn es um seine Herde geht, macht sich der Schäfer notfalls auch unbeliebt. "Ich möchte eigentlich nicht ruppig werden, aber wenn ich mir anders kein Gehör verschaffen kann, kommt das vor", gibt er zu. Die Schilder hätten bereits zu einer Sensibilisierung der Hundehalter und Besucher des Büsenbachtals beigetragen, sagt von Hörsten, der sich eine ebensolche Beschilderung auch für den benachbarten Brunsberg wünscht, auch wenn es in dem Naturschutzgebiet ohnehin verboten ist, die Hunde von der Leine zu lassen.