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Bundesverdienstkreuz für Eike Holtzhauer - ein "Dickschädel" für den Dienst am Nächsten"

Eike Holtzhauer in "seiner" Halle. So kennt man ihn beim SV Todtglüsingen (Foto: oh)
(rs). Bundesverdienstkreuz für Eike Holtzhauer (77). Der Geehrte hat als 2. Vorsitzender entscheidenden Anteil daran, dass der SV Todtglüsingen zum größten Verein im Landkreis gewachsen ist und inzwischen bundesweit als Vorzeigemodell gilt. Landrat Joachim Bordt überreichte Eike Holzhauer am Freitagabend in der SV-Judohalle in Todtglüsingen die hohe Auszeichnung.

Als Eike Holzhauer 1969 in den SV Todtglüsingen eintrat, zählte der Verein 100 Mitglieder, heute sind es 7.000. Der SV Todtglüsingen ist damit der fünftgrößte Sportverein in Niedersachsen. Die Mitglieder kommen aus 100 verschiedenen Orten in einem Umkreis von bis zu 60 Kilometern.
Der Motor dieser steilen Erfolgskurve: Eike Holtzhauer, seit 1972 der 2. Vorsitzende, sozusagen die "Graue Eminenz" des SV, Garant für Kontinuität, Stetigkeit und das Erschließen neuer Geldmittel.

Holzhauers Engagement steht dabei nicht nur für die beispiellose Entwicklung des Vereins bei Mitgliederzahlen, Sportstättenbau und Sparten. Als sein ganz besonders Verdienst würdigte Landrat Joachim Bordt seinen Einsatz für Migranten, Flüchtlinge und straffällig gewordene Jugendliche. Dem Verein gehören heute rund 800 Mitglieder mit Migrationshintergrund an. Eike Holtzhauer ließ sich schon früh zum Integrationslotsen qualifizieren, inzwischen sind 27 Vereinsmitglieder seinem Beispiel gefolgt. Auch jetzt wieder will der Verein den Flüchtlingen helfen, verspricht Holtzhauer.

Der 2. Vorsitzende steht auch hinter einem Kooperationsvertrag zwischen seinem Verein und dem Amtsgericht Tostedt. Damit wird straffälligen Jugendlichen ermöglicht, ihren Freizeitarrest mit gemeinnütziger Arbeit auf den Anlagen des SV abzuleisten. Im Gegenzug dürfen die jungen Leute die Sporteinrichtungen nutzen. Als "Tostedter Modell" hat das Projekt "Wer kümmert sich um Ausrutscher", bei dem bisher rund 300 junge Menschen betreut wurden, bundesweit Schlagzeilen gemacht. Zuletzt im Januar beim Bundeswettbewerb "Sterne des Sports", wo der SV Todtglüsingen mit dem Jugendprojekt den zweiten Preis errang. Schon 2008 holte der SV an gleicher Stelle Platz drei.

Eike Holtzhauer kam 1945 als Flüchtlingskind aus Fürstenberg (Oder) nach Handeloh. 1958 heiratete er, vier Kinder wurden in die Familie geboren. Nach einer Landwirtschaftslehre bewirtschaftete Holtzhauer den Hof seiner Schwiegereltern, sattelte in den 60ger Jahren um zum Industriekaufmann. Doch sein Herz schlug schon damals für den Sport. Von Blau Weiss Buchholz wechselte er 1969 zum SV Todtglüsingen, baute dort die Judo-Abteilung auf und entwickelte gemeinsam mit seinem langjährigen Wegbegleiter, dem 1. Vorsitzenden Karl-Heinz Schröder, den SV Todtglüsingen Schritt für Schgritt zu einem Sportverein, über den heute ganz Deutschland spricht.

Landrat Joachim Bordt würdigte Eike Holtzhauer als einen Menschen, der besticht durch Klarheit, Konsequenz, Ideenreichtum und die Fähigkeit, Menschen für seine Ziele zu begeistern. Landrat Bordt:" "Dabei nutzen Sie Ihr ebenso mutiges wie beharrliches Durchsetzungsvermögen - manche Neider oder Bewunderer sprechen augenzwinkernd von Ihrem „Dickschädel" - für den Dienst am Nächsten.