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Couragierte Marijke Schulz aus Hollenstedt für XY-Preis nominiert

Rudi Cerne berichtete Donnerstag in der Sendung "Aktenzeichen XY" über die von Marijke Schulz erhinderte Entführung
 
Nachgestellte Szene fürs ZDF: Marijke Schulz mit dem Mädchen, das das Beinahe-Entführungsopfer mimte
bim. Hollenstedt. Weil sie aufmerksam war und beherzt eingegriffen hat, konnte Marijke Schulz aus Hollenstedt im vergangenen Dezember eine Kindesentführung verhindern. Jetzt ist die 25-Jährige für den XY-Preis 2016 nominiert. Mit dem Preis zeichnen das ZDF und das Team der TV-Sendung "Aktenzeichen XY" Menschen aus, die in besonderer Weise Zivilcourage gezeigt und dadurch Verbrechen verhindert oder Opfern in Not geholfen haben. Obwohl sie mindestens ein, wenn nicht gar mehrere Verbrechen verhindert hat, ist Marijke Schulz ganz bescheiden. "Für mich ist das keine Heldentat, nur ein selbstverständliches Aufmerksamsein. Ich habe auf mein Bauchgefühl gehört", sagt sie.
Marijke Schulz saß damals als Studentin für Recht, Wirtschaft und Personal zur Vorbereitung ihrer letzten Prüfung am heimischen Schreibtisch. Als sie aus dem Fenster schaute, sah sie einen Mann, der vor ihrem Haus geparkt hatte, schnellen Schrittes durch ihre Wohnstraße laufen. "Wir kennen uns hier in der Straße untereinander. Niemand fährt oder bremst mit quietschenden Reifen so wie er", erklärt Marijke Schulz, weshalb ihr der Mann verdächtig vorkam. "Wegen möglicher Einbrüche sind wir sehr aufmerksam, wenn ein fremdes Auto oder ein Transporter in der Straße steht", so Marijke Schulz. Gemeinsam mit ihrem Vater ging sie vor die Tür, fotografierte das Kennzeichen und das Auto des Unbekannten. "Dann kam er mit einem Mädchen zurück, das neben ihm her lief. Erst dachte ich, er kennt das Kind, bis er uns sah, seinen Schritt beschleunigte und auf Abstand zu dem Kind ging", berichtet sie. Die 25-Jährige sprach den Mann an: "Suchen Sie etwas? Kann ich helfen?" Der Mann gab vor, eine bestimmte Straße zu suchen, die es aber nicht gibt, und er beeilte sich, mit dem Auto davon zu fahren. Bevor er in seinen Wagen stieg, konnte Marijke Schulz allerdings noch sein Gesicht fotografieren.
Wenig später brachte sie das siebenjährige Mädchen nach Hause und informierte die Polizei. Tags darauf nahmen Beamte den 20-Jährigen aus dem Raum Stade fest. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter Kindesentziehung und Freiheitsberaubung eingeleitet.
Marijke Schulz spricht der Polizei für deren schnelles Handeln ein großes Lob aus.
Nachdem ihr couragiertes Einschreiten bekannt wurde, ließ ein Freund ihrer Nachbarn anfragen, ob er zu ihr Kontakt aufnehmen dürfe. Marijke Schulz willigte ein. "Klaus Subei fand meine Reaktion so toll, dass er sich bei mir bedankte und mir auch ein kleines Geschenk vorbeibrachte", erzählt die 25-Jährige. Außerdem empfahl Klaus Subei sie - ebenso wie ein Polizeibeamter - für den XY-Preis.
"Dafür bin ich den beiden sehr dankbar. Wegen der Nominierung habe ich im Juli einen erlebnisreichen Tag in München verbracht", berichtet Marijke Schulz von den Dreharbeiten zur aktuellen XY-Sendung, in der sie die Beinahe-Entführung mit Schauspielern nachstellte. "Das Team war toll und hoch professionell, und alle waren sehr nett", so die Hollenstedterin.
Dass sie die Nominierung angenommen hat, habe nur einen Grund: "Ich möchte anderen Menschen sagen: Man muss nicht viel machen, um ein Verbrechen zu verhindern, nur die Augen offen halten", sagt Marijke Schulz.
Sie hat jetzt übrigens ihren Bachelor in der Tasche und ist auf Jobsuche, würde gerne in einer Personalabteilung arbeiten. Und wer würde eine so couragierte junge Frau nicht gerne einstellen?