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"Cybermobbing kann Leben ruinieren"

bim. Tostedt. Ständige Erreichbarkeit, das Verschicken von Bildern und dauerndes Kommentieren gehören heute zum Alltag junger Menschen. Laut Statistik nutzen 92 Prozent der 14- bis 15-Jährigen und 88 Prozent der Zwölf- bis 13-Jährigen in Deutschland bereits ein Smartphone. Blitzschnell werden Fotos, Sprüche und Meinungen ausgetauscht. Oft bleibt nicht einmal genügend Zeit zur Reflexion. Und so geschieht es ebenso schnell, dass andere beleidigt und ausgegrenzt werden. Das Problem: Im Internet gibt es keinen Verhaltenscodex. Doch natürlich ist das Internet kein rechtsfreier Raum.
Junge Menschen wissen oftmals nicht, dass sie sich allein durch das Verbreiten von Bildern und Nachrichten strafbar machen können. Um junge Leute für dieses Thema zu sensibilisieren, wurde das medienpädagogische Projekt der Reso-Fabrik: „Ich bin on…!“ durch die Jugendpfleger Lennard Weiß und Benjamin Gaum jüngst mit rund 170 Tostedter Realschülern der fünften und siebten Klassen durchgeführt.
„Cybermobbing kann Leben ruinieren“, machten Weiß und Gaum deutlich. Die 4 Bs - belästigen, bedrohen, beleidigen und bloßstellen - sollten im Netz tabu sein. Wie schnell es dennoch dazu kommen kann, machten die Jugendpfleger u.a. in Rollenspielen deutlich. Wenn Benni zum Beispiel in ein Spiel vertieft ist und Lennard ihn mit Nachrichten vollspammed, ist das schon Belästigung. Jemanden in einer peinlichen Situation zu fotografieren und das Bild einfach zu verbreiten, ist Bloßstellen. Das Verbreiten falscher Behauptungen Verleumdung.
Die Jugendpfleger klärten u.a. über das Recht am Bild auf und machten deutlich, dass das, was man selbst witzig findet, andere Menschen verletzen kann.
Wichtig für die Jugendlichen: Wer sich gemobbt fühlt oder verunsichert ist, kann sich bei Lehrern, Eltern, Sozialarbeitern oder auch im Jugendzentrum Rat und Hilfe holen.
An der Realschule wird das Cybermobbing-Projekt bereits seit September 2014 angeboten. Schulleiterin Petra Simons-Schiller legt großen Wert darauf. „Wir müssen präventiv arbeiten“, sagt sie. Denn viele Jugendliche haben bereits Smartphones. Sie wissen, wie sie genutzt werden, aber nicht, wo die Grenzen sind. Neben der Aufklärung der fünften und siebten Klassen gibt es jeweils auch einen Elternworkshop und Informationen an die Lehrer, um auch auf dieser Ebene einen Austausch zu gewährleisten.