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Das stank den Nachbarn gewaltig: Landwirt jaucht bei hochsommerlichen Temperaturen

Der Geruch, der nach dem Düngen in der Luft liegt, stinkt den Anwohnern gewaltig
bim. Tostedt. „Seit Tagen ist es aufgrund des Gestankes kaum möglich, ein Fenster zu öffnen, geschweige denn unsere Terrasse zu nutzen“, klagt eine Anwohnerin der Triftstraße in Tostedt. Als Grund nennt sie, dass am vergangenen Wochenende auf mehreren Grünlandflächen mitten im Ort Gärreste aus Biogasanlagen aufgebracht worden sein sollen. Wegen des unerträglichen Gestanks waren auch beim Ordnungsamt der Samtgemeinde Tostedt etliche Beschwerden eingegangen, bestätigt Ordnungsamtsleiter Dieter Hellberg.
„Weil wir das Wasser bedroht sahen und wegen des Gestanks auch die Luft, haben wir den Fall an die Abteilung Boden, Wasser, Luft beim Landkreis Harburg und bei der Landwirtschaftskammer in Uelzen weitergeleitet“, so Hellberg.
Beide Behörden sehen sich aber nicht zuständig und verweisen auf die Landwirtschaftskammer (LWK) in Oldenburg, die mögliche Vergehen hinsichtlich der Durchführung der „guten fachlichen Praxis beim Düngen“ prüft.
Ob es sich um Gärreste oder Gülle handelt, könne er nicht sagen, so Düngerechtsexperte Jelko Djuren, da der Bewirtschafter der Flächen nicht bekannt ist. Der werde derzeit von der Gemeinde ermittelt.
Vorgeschriebene Zeitpunkte fürs Düngen gebe es nicht. Allerdings müsse ein Landwirt die Stickstoffverluste bei der Ausbringung des Düngers minimieren, also möglichst bei bedecktem, kühlen Wetter und hoher Luftfeuchtigkeit und nicht bei Temperaturen von 25 bis 27 Grad düngen. Zumal es bei Grünland keine Verpflichtung des Einarbeitens gebe.
Die Gefahr einer möglichen Wasserverschmutzung hält Djuren allerdings für gering. Nährstoffe, die nicht verfliegen, würden von den Pflanzen aufgenommen.
Einen Verstoß, der ordnungsrechtlich geahndet werden kann, liege nicht vor. „Wir nehmen den Fall aber zum Anlass, den Bewirtschafter mündlich zu belehren, dass das, was er gemacht hat, keine gute fachliche Praxis ist“, so Djuren. Er findet dennoch deutliche Worte für den Verursacher. „Das ist eine Eselei und Idiotie von dem Landwirt, weil er so den Ruf aller Landwirte schädigt“, sagt Djuren.