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Dauernd ungebetener Besuch: Wildschweine wühlen wieder im Steinbachtal

Lydia und Harald Reinke auf der von Wildschweinen verwüsteten Fläche in ihrem Garten
bim. Buchholz. Lydia und Harald Reinke pflegen ihr Waldgrundstück an der Lohbergenstraße in Buchholz mit viel Hingabe, soweit ihnen das möglich ist. Sie genießen den Blick in die Natur, die in den Bäumen herumturnenden Eichhörnchen und im Gartenteich badende Drosseln. Jetzt blicken sie traurig auf ihren Garten. Denn der wurde zum wiederholten Male von ungebetenen nächtlichen Gästen, von Wildschweinen heimgesucht und verwüstet. Das Paar fühlt sich von der Stadt mit dem Problem allein gelassen. „Die Verwaltung sagt, ich soll einen Zaun ziehen. Doch wer bezahlt mir den?“, fragt Harald Reinke, der die womöglich hohen Kosten für eine vernünftige Schweine-Abwehr fürchtet. Außerdem habe ihm die Stadt beim Hausbau damals sogar zur Auflage gemacht, eben keinen festen Zaun zu ziehen.
Die Reinkes wohnen seit 24 Jahren an der Lohbergenstraße. Seit fünf Jahren gebe es die Probleme mit den Borstentieren. „In diesem Jahr waren die Wildschweine schon fünf Mal da“, sagt Lydia Reinke. Einmal habe sie eine Bache mit acht Frischlingen und einmal einen Keiler gesehen. Inzwischen trauen sich die Schwarzkittel schon bis auf eineinhalb Meter an die Terrasse ihres Wohnhauses heran.
Mehrfach habe ihre Tochter die aufgewühlte Fläche wieder hergerichtet. Doch irgendwann sei das nicht mehr ohne großen Aufwand möglich.
Hinzu kommt: Die beiden Senioren sind gehbehindert. Die aufgewühlte Fläche schneide ihnen nun den Weg zu ihrem Komposthaufen ab, berichten Lydia und Harald Reinke.
Das Problem mit den Wildschweinen ist seit Jahren bekannt. Bereits 2012 berichtete das WOCHENBLATT über die Probleme mit Bachen und ihren Frischlingen, die sich auf der Suche nach Futter und Rückzugsmöglichkeiten bis weit ins Buchholzer Stadtgebiet vorwagten. Im idyllischen Steinbachtal finden die Tiere glänzende Bedingungen vor: Im Wald und dem benachbarten Flusstal gibt es reichlich Nahrung, genügend Wasser sowie Schilf als Versteck.Das Problem: Das Gebiet liegt mitten im Landschaftsschutzgebiet. Seit 1957 ist das Areal kein Jagdgebiet mehr. Somit ist es schwierig, die Borstentiere aus dem Steinbachtal und den Gärten in der Nachbarschaft zu bekommen.
Auch ein eingesetztes Vergrämungsmittel und eine Treibjagd in nicht befriedetem Gebiet brachten keine dauerhafte Lösung des Problems.
„Mit den Wildschweinen gibt es in dem Gebiet immer wieder Probleme. Sie fühlen sich dort wohl und sicher. Weil es ein befriedeter Bereich ist, darf dort nicht gejagt werden. Was hilft, ist ein Elektrozaun“, sagt Heinrich Helms, Sprecher der Stadt Buchholz. Und der müsse auch nicht allzu teuer sein.