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Deutsch-Polnische Begegnung in Tostedt: "Was uns verbindet ist mehr als das, was uns trennt"

bim. Tostedt. Premiere in der Geschichte der Deutsch-Polnischen Begegnungen am Gymnasium Tostedt: Nach 15-jährigem Kontakt zu einer Schule in Tostedts Partnerstadt Lubaczow waren jetzt erstmals neun Schüler des Liceums Ogólnoksztalcace in Gryfice (gelegen zwischen Stettin und Koberg) am Gymnasium zu Gast. "Die Kommunikation erfolgt diesmal nicht auf Deutsch, sondern auf Englisch", berichtete die stellvertretende Schulleiterin Regina Aepler, die sich gemeinsam mit Schulleiter Stefan Birkner und neun Gymnasiasten der Jahrgangsstufe 10 freute, diesbezüglich Pionierarbeit zu leisten.
Im Rathaus wurden die Jugendlichen von Bürgermeister Gerhard Netzel und Klaus-Dieter Feindt, Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Tostedt, empfangen und auch auf Polnisch begrüßt. Die Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte gehört nach wie vor beim Deutsch-Polnischen Austausch dazu. So hatten die Jugendlichen u.a. die KZ-Gedenkstätte Neuengamme besucht. "Unsere und eure Generation trägt keine Verantwortung für das, was geschehen ist, aber wir dürfen es nicht vergessen", sagte Netzel zu den durch den Zweiten Weltkrieg einst belasteten Beziehungen. Er sei vor 25 Jahren zum ersten Mal nach Polen in Urlaub gefahren. "Was mich beeindruckt hat, war die Freundlichkeit, die mir überall entgegengebracht wurde." Das Verhältnis der beiden Länder sei inzwischen insgesamt freundschaftlich. "Wir tragen Verantwortung dafür, wie es ist und wie es in Zukunft sein wird", so Netzel, der den beginnenden Zerfall Europas mit dem "Brexit" und nationalistischen Tendenzen in vielen Ländern bedenklich findet. "Europa hat viele Nationen und Völker. Diese Unterschiedlichkeit sollten wir als Reichtum betrachten. Was uns verbindet ist mehr als das, was uns trennt", hielt Netzel ein leidenschaftliches Plädoyer für Europa. Und Begegnungen wie diese seien wichtig, um gegenseitig Vertrauen aufzubauen und Freundschaften zu knüpfen.
Die polnischen Schüler waren in Gastfamilien untergebracht und lernten bei Ausflügen und einem Konzert im Gymnasium deutsche Kultur kennen. Sie brachten ihrerseits aber auch den Deutschen ihre Kultur näher, indem sie gemeinsam Piroggen kochten und den Gastgebern ihre Volkstanztrachten vorstellten.
Im September reisen die deutschen Gymnasiasten nach Gryfice, begleitet von Regina Aepler und ihrer Kollegin Ulrike Böß.