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Die Diebin des Friesenwallachs Bouke sitzt hinter Gittern - 25-jährige Täterin hat ein beachtliches Vorstrafenregister

Glücklich vereint: Claudia, Petra und Stefan Blohm mit ihrem Bouke (Foto: Blohm)
(bim). Familie Blohm ist erleichtert: Die Diebin, die ihren geliebten Friesenwallach Bouke Ende August vergangenen Jahres von einer Weide an der B75 in Stemmerfeld (Kreis Rotenburg), kurz hinter Königsmoor, gestohlen hatte, ist hinter Gittern. Es handelt sich um eine 25-Jährige, die zuletzt in Buchholz lebte und nun in der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand in Hamburg einsitzt. Dass die Täterin, die ein beachtliches Vorstrafenregister hat, gefasst wurde, ist u.a. der Hartnäckigkeit von Familie Blohm und den Berichten im WOCHENBLATT zu verdanken.
Wie berichtet, war der gutmütige Riese Bouke zwei Monate lang verschwunden. Die verzweifelten Blohms ließen nichts unversucht, um ihr Familienmitglied wieder zu finden, und richteten auch eine Seite in einem sozialen Netzwerk für Hinweise ein, die bis heute 8.000 Fans hat. Außerdem lobten sie 3.000 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise aus.
Heute genau vor einem Jahr - am Halloween-Abend - hatte sich Familie Blohm ihren Bouke zurückgeholt. Den entscheidenden Tipp, wo der Friese zu finden ist, gab damals der Jesteburger Marcel Böhnke.
„Zudem meldete sich ein Anhänger-Verleiher aufgrund eines WOCHENBLATT-Artikels“, berichtet Petra Blohm. Der war stutzig geworden, weil die Ausleih-Zeit mit dem Verschwinden des Friesenwallachs überein stimmte und die Kundin erklärte, sie wolle einen Friesen umstellen. Außerdem ließ sie nach der Rückgabe des Anhängers Werkzeug - Flex, Säge und Axt - darin zurück, die laut Polizei anderen Straftaten zugeordnet werden konnten. „Für den Verleih des Anhängers hatte er eine Kopie des Personalausweises verlangt. So hatten wir den Namen der Diebin“, berichtet Tochter Claudia Blohm.
So schockierend und unverständlich der Diebstahl des 24-jährigen und an Arthrose leidenden Bouke für Familie Blohm auch war, gemessen an dem, was die 25-jährige Täterin bereits auf dem Kerbholz hat, ist das Vergehen rein rechtlich gesehen fast schon eine Lapalie. Die 25-jährige Pferdediebin ist bei den Staatsanwaltschaften von Saarbrücken bis Stade bekannt, die Strafsachen reichen bis ins Jahr 2010 zurück. „Sie hat 42 Akten bei elf Staatsanwaltschaften“, berichtet Stefan Blohm. Ihr werden u.a. mehrere Diebstähle, Betrügereien, Urkundenfälschung, Fahren ohne Führerschein und Fahrerflucht zur Last gelegt. Zuletzt wurde sie aufgrund mehrerer Haftbefehle mit Fahndungsausschreibungen gesucht und letztlich in Schwarzenbek (Schleswig-Holstein) gefasst.
Die 25-Jährige wird nun vorerst bis Dezember im Gefängnis bleiben. Dann soll laut den Informationen, die Familie Blohm erhalten hat, über weitere Strafen verhandelt werden. Solange ist das „Bouke-Verfahren“ bei der Staatsanwaltschaft Verden vorerst eingestellt.
„Wir wollen uns nicht rächen und keinen Schadenersatz. Uns war nur wichtig, dass jemand, der eine solche Straftat begeht, gefasst wird“, so Stefan Blohm.