Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Diese Frau hat Biss und schmeißt sich in eisige Fluten: Janine Marquardt nahm an der White Water Rescue Race teil

Strömungsretterin Janine Marquardt bei der White Water Rescue Race (Foto: Nada Nada / International Rafting Association)
 
(Foto: Nada Nada / International Rafting Association)
(bim). Egal ob beruflich oder privat, Janine Marquardt (35) liebt die Herausforderung: Jetzt nahm die Stader Wasserschutzpolizistin, die in der Samtgemeinde Tostedt wohnt, für die DLRG-Ortsgruppe To-
stedt am „White Water Rescue Race“ in Österreich teil, einem anspruchsvollen und anstrengenden Wettbewerb im Wildwasser der steirischen Salza in den Wildalpen. Außer ihr waren unter den über 30 Teilnehmern aus aller Welt nur vier Frauen am Start. Janine Marquardt belegte den zweiten Platz hinter einer Südafrikanerin und in der Gesamtwertung den 23. Platz.
Die 35-Jährige, die der DLRG-Ortsgruppe Tostedt angehört und sich im vergangenen Jahr zur Strömungsretterin ausbilden ließ, stürzte sich bei dem Wettbewerb beherzt in eisiges Wildwasser und nahm sowohl am Einzel- als auch am Team-Wettkampf teil.
„Um Strömungsretterin zu werden, muss man ein Sichtungstraining durchlaufen und eine gewisse körperliche Fitness mitbringen“, erläutert Janine Marquardt. Unter anderem musste sie eine Schwimmstrecke in vorgegebener Zeit zurücklegen und sich dem Cooper-Test unterziehen, einem Zwölf-Minuten-Lauf zur Überprüfung der allgemeinen Ausdauer.
Zur Vorbereitung auf die White Water Rescue Race war sie mit sieben weiteren Teilnehmern ein paar Tage früher in Österreich angereist, um sich mit dem Gewässer vertraut zu machen und einige Rettungstechniken zu üben.
Die Rennstrecke ist eine Mischung aus Flussbefahrung und Wildwasser-Rettung. Mit bestimmten Schwimmtechniken oder mit Hilfe eines Schrägseils galt es, gegen die Strömung anzukämpfen oder diese fürs Fortkommen zu nutzen, um ins Ziel zu kommen. „Aufgrund der erbärmlich kalten Temperaturen kurz über dem Gefrierpunkt war das sehr anstrengend. Am Sonntag hatten wir auch noch Schneeregen“, berichtet Janine Marquardt. Zum Schutz gegen die Kälte half nur der Neoprenanzug. Eine Weste diente einerseits dem Auftrieb, andererseits dem Schutz vor Stößen. Daher war auch ein Helm Pflicht.
Die Teilnahme an der White Water Rescue Race kommt Janine Marquardt bei ihrer Arbeit als Strömungsretterin der DLRG zugute, konnte sie dabei doch ihr Wissen unter Stressbedingungen einsetzen. „In der Praxis kommen wir bei Hochwasser zum Einsatz, wenn Personen aus umfluteten Häusern zu evakuieren sind“, erläutert die 35-Jährige.
Ansonsten sei das Training schwierig, da es im Norden keine vergleichbaren Wildwasser gebe, erklärt Janine Marquardt. Sie tauscht sich aber regelmäßig mit Strömungsrettern anderer DLRG-Ortsvereine aus.
Gefahren rund ums Wasser zu erkennen und abzuwehren, ist auch Bestandteil ihrer Arbeit als Wasserschutzpolizistin. So ist sie u.a. für die Kontrolle von Chemikalientankschiffen zuständig und prüft, ob diese die MARPOL-Richtlinien - ein internationales Abkommen zur Verhütung von Meeresverschmutzung durch Schiffe - einhalten.
Neben dem Engagement für die DLRG ist Janine Marquardt auch ehrenamtlich für die Johanniter Unfallhilfe im Einsatz. So reiste sie Ende 2013 mit einem zwölfköpfigen Johanniter-Team aus ganz Deutschland auf die Philippinen, um die Menschen dort nach dem verheerenden Taifun „Haiyan“ medizinisch und mit Lebensmitteln zu versorgen.
Und wenn sie mal nicht für die Rettung von Menschenleben im Einsatz ist, ist Janine Marquardt gerne in der freien Natur unterwegs, reist oder nimmt an Mounted Games, rasanten Mannschafts-Reiterspielen, teil. Es ruhig angehen zu lassen, ist eben nicht ihr Ding.