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Ein Leben für die Jagd und die Landwirtschaft: Alfred Bunk feierte 100. Geburtstag

Alfred Bunk feierte seinen 100. Geburtstag im Kreise seiner Lieben (Foto: Alfred Bunk junior)
bim. Tostedt. Alfred Bunk ist vielen Menschen in Tostedt bekannt. Jahrzehntelang arbeitete der passionierte Jäger für die Genossenschaft in Tostedt, davon 30 Jahre als Geschäftsführer. Am vergangenen Montag, 6. Juli, feierte er seinen 100. Geburtstag im Kreise seiner Familie, darunter auch seine vier Enkel- und acht Urenkelkinder. Der Jubilar blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Zweimal verlor seine Familie durch Währungsreformen ihr Geld. Doch davon ließ sich Alfred Bunk nie unterkriegen. Eine Weisheit, die seine Mutter ihm mitgab: "Wo ein Häschen ist, ist auch ein Gräschen", wurde für ihn zum Lebensmotto.
Alfred Bunk wurde 1915 in Suschen/Niederschlesien als Sohn eines sehr versierten Kaufmanns geboren. Nach dem Besuch einer kleinen deutschen Privatschule, seiner Lehre und einigen Jahren als Angestellter der Zentralgenossenschaft Posen wurde er Geschäftsführer der Außenstelle Ostrowo, betreute schwerpunktmäßig die großen Güter der damaligen Fürsten, Barone und zahlreicher weiterer Großgrundbesitzer.
Mit 18 Jahren bestand er seinen Jagdschein und entdeckte in den väterlichen Revieren die Liebe zur Natur und zur Hege, Pflege und Jagd des heimischen Wildes. Gern erinnert sich Alfred Bunk an die Groß- und Diplomatenjagden zurück, an denen er teilnehmen durfte. In Niederschlesien war er selbst Pächter von zwei Revieren.
Heiligabend 1939 heiratete Alfred Bunk seine Lieselotte in der Schlosskirche der Baronin von Diergart in Suschen.
Es folgte eine politisch äußerst instabile Zeit, die in den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mündete. Alfred Bunk wurde 1939 von der deutschen Wehrmacht eingezogen und musste den Russland-Feldzug 1941 vom ersten bis zum letzten Tag, lange Zeit als Panzerspähwagen-Kommandant an der Front, überstehen.
1940 wurde Alfred Bunks erster Sohn Klaus, 1944 Sohn Alfred Bunk junior geboren.
Im Januar 1945 schlug sich Lieselotte Bunk mit ihren zwei kleinen Kindern bei bitterer Kälte bis westlich der Elbe durch.
Alfred Bunk setzte sich gegen Ende des Krieges verwundet über Mecklenburg-Vorpommern auf einem kleinen Schiff nach Schleswig Holstein ab. Nach kurzer englischer Gefangenschaft führte ihn der Weg zu Fuß zurück zu seiner Familie, die in Klecken Zuflucht gefunden hatte.
Weil Stillsitzen nichts für ihn war, bot sich der Jubilar kurze Zeit später der Gemeindeverwaltung Klecken für ehrenamtliche Tätigkeiten an und war dann für die örtliche Unterkunft von Flüchtlingen zuständig. Dadurch wurde man auf ihn aufmerksam und entsandte ihn für zwei Jahre in den Kreistag, wo er als Parteiloser im Kreisernährungsausschuss mitwirkte.
"Bete, arbeite und zahle deine Steuern", lautete die Überzeugung des redlichen Mannes. Dennoch hatte er es auch mitunter faustdick hinter den Ohren. So verkaufte er 1947/48 im Gasthaus "Zum Schlangenbaum" auf dem Gelände der Filmstudios Bendestorf schwarzgebrannten Schnaps. Damit hörte er aber auf, nachdem Schauspieler Gustav Fröhlich mit Gefolge den Laden "aufgemischt" hatte.
1949 nahm Alfred Bunk die Anstellung in der Genossenschaft Tostedt an und führte diese operativ mit großem Einsatz, Verantwortung und Erfolg in seiner Dienstzeit.
Den Traum vom Eigenheim erfüllte sich die Familie 1963.
Aufgrund seiner Kontaktfreudigkeit, des Jagdhornblasens und Freude am Gesang fand Alfred Bunk sehr schnell wieder Anschluss in seinem Hobby, der Jagd. Viele Jahre war er Mitpächter in seinem geliebten Todtshorner Revier.
Außerdem liebt Alfred Bunk den Gesang. So war er Mitglied in der "Liedertafel Eintracht", einem Gesangverein, dem Kaufleute und Beamte angehörten. Er war daran beteiligt, als sich die "Liedertafel" mit dem Männergesangverein (MGV) "Harmonie", den singenden Gesellen, Arbeitern und Knechten, am 8. November 1961 zu den "Töster Sängern" zusammenschloss.
Gemeinsam mit seiner Frau kegelte Alfred Bunk in einem Verein und spielte dort mit Gleichgesinnten auf der Mundharmonika.
Am vorigen Heiligen Abend feierte er mit seiner Frau Lieselotte nach 75 Jahren die Kronjuwelenhochzeit.
Rechtzeitig zu Weihnachten 2014 wurde nach fast eineinhalb Jahren ein Buch, zu dem ihn seine Enkeltochter Simone immer wieder animierte, unter Mithilfe seines Sohnes Alfred Bunk junior fertiggestellt. Lebenserinnerungen in historischer Aufarbeitung sowie Jagderlebnisse aus der niederschlesischen Heimat, über die Treibjagd mit Max Schmeling und weitere Anekdoten aus der Umgebung bilden den Inhalt dieses Buches, das der Familie gewidmet ist und zu seinem 100. Geburtstag der Tostedter Bücherei zur Verfügung gestellt wurde.