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Eine Ringelnatter als "Schwarzfahrer"

Das war für die Ringelnatter bestimmt ein Kulturschock, als sie aus der "Scheibenwischer-Deckung" in den Elbtunnel blickte (Foto: Scharlau)
bim. Handeloh/Hamburg. So hatte sich die kleine Ringelnatter ihren Sonntag sicher nicht vorgestellt. Weil sie bei einem im Handeloher Büsenbachtal geparkten Auto zu neugierig war, unternahm sie eine Tour durch den Elbtunnel. Zum Glück hatten Johanna (18) und Elena Scharlau (20) zuvor zweimal mit dem Gymnasium Altona an Projektwochen des Naturkundlichen Museums von Dr. Klaus Hamann teilgenommen und wussten genau, was zu tun ist.
Das war geschehen: Familie Scharlau aus Hamburg-Altona unternahm kürzlich einen Ausflug ins Büsenbachtal. Die Töchter Johanna und Elena wollten dort ihren Eltern die Flächen zeigen, auf denen sie kartiert hatten. In der Projektwoche wurden Kartierungsverfahren und die heimischen Reptilien - darunter auch die drei im Büsenbachtal vorkommenden Schlangenarten Ringelnatter, Schlingnatter und Kreuzotter - vorgestellt.
Auf der Rückfahrt - genau im Elbtunnel - erschien eine Ringelnatter zwischen den Scheibenwischern des Familienautos und blickte die Familie Scharlau an. Offensichtlich hatte die kleine, nicht giftige Schlange mit den charaktristischen gelben Flecken am Hinterkopf auf dem Parkplatz vor dem Schafstall im Büsenbachtal das Auto geentert und sich durch den Motor über die Lüftung zwischen die Scheibenwischer geschlängelt. Trotz der Überraschung blieb die Familie gelassen, der Vater steuerte den Wagen bis nach Hause in die Tiefgarage. Dort bestimmte Johanna Scharlau die Art problemlos und entschied - so wie sie es gelernt hatte - die Ringelnatter in einem Stoffbeutel unterzubringen. Nach Kontaktaufnahme mit Dr. Hamann, holte dieser die Schlange aus Hamburg zurück und brachte sie wieder in ihren Lebensraum ins Büsenbachtal.
Er rät: „Also immer darauf achten, dass man keine Schlangen als 'Schwarzfahrer' mitnimmt!“