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Ente "Alfred" folgt "Herrchen" Erwin Müller auf Schritt und Tritt

Dreimal täglich kommt "Alfred" ins Haus, um sich seine kleine Portion Nudeln bei Ursel und Erwin Müller abzuholen
bim. Tostedt. Sie folgt ihrem „Herrchen“ überall hin, begleitete ihn schon mehrfach im Fahrradkorb zum Brötchenkauf beim Bäcker und liebt es, in ihrem „Elternhaus“ mit gekochten Nudeln gefüttert zu werden: die Ente „Alfred“. Der fidele Watschler lebt bei Ursel (72) und Erwin Müller (76) in Tostedt. Von ihnen wurde die Reiher-Ente auch aufgezogen.
Erwin Müller pflegt einen privaten Teich in seiner Nachbarschaft, der wegen seiner Bewohner „Entenhausen“ genannt wird. Täglich schaut er dort nach dem Rechten. Im vergangenen Juli entdeckte er eines Morgens das Gelege der Reiher-Enten mit dem schlüpfenden Nachwuchs. Wenig später war das Nest zerstört. „Elstern oder Krähen haben es geräubert“, so Erwin Müllers Vermutung.
Übrig blieb die kleine Ente, die der 76-Jährige mit nach Hause nahm und unter einem Heizstrahler und mit Kükenfutter aufzog.
Seither sind die beiden fast unzertrennlich. Nur einmal, im September, war „Alfred“ kurzzeitig verschwunden, als er seine Flugkünste ausprobierte. „Da war ich sehr traurig“, gesteht Erwin Müller. Doch nach einer Woche kehrte die Ente in Nachbars Garten zurück.
„Alfred“ hat seinen festen Tagesablauf und geht selbstverständlich seiner Wege - tagsüber vom Teich in die Menschenwohnung und wieder zurück und abends in den Stall. Mittags hält er mit Erwin Müller Mittagsschlaf in der Laube. Obwohl Ursel Müller dreimal täglich liebevoll eine kleine Portion Nudeln für die Ente zubereitet, mutiert das fröhliche Federvieh zum „Ekel Al­fred“, wenn „Frauchen“ ihm die Hand entgegenstreckt, und schnappt danach. Doch Ursel Müller nimmt das mit Humor und akzeptiert, dass ihr Mann der „Entenflüsterer“ ist.
Eine Ente mit Nudeln zu füttern, klingt seltsam. Doch „Alfred“ ist sehr eigen, was sein Futter angeht. „Was er nicht mag, schmeißt er durch die Küche“, berichtet Ursel Müller. Neben dem Entenfutter und Nudeln frisst er leidenschaftlich gerne Käse.
Im Dorf hat sich die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Erwin Müller und der Ente längst herumgesprochen, „Alfred“ ist eine kleine Berühmtheit und wird gerne von den Nachbarskindern besucht.
Ob „Alfred“ dauerhaft bei den Müllers bleibt, wird sich zeigen, wenn Anfang November die Balz beginnt. Vielleicht aber wird der Erpel auch seine Angebetete dann mit zum Müllerschen Teich bringen und dort sein Nest bauen.