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Er hat das "Holz-Gen" geerbt

bim. Tostedt. "Ich habe riesiges Glück im Leben gehabt, da möchte ich auch anderen Leuten eine Freude machen", sagt Volker Schöbel (68). Der Tostedter fertigt sogenannte Schwibbögen, wunderschöne hölzerne, beleuchtete Bögen mit Motiven wie Kirchen oder Häusern nach Original-Vorlagen. Acht seiner Werke hat der Hobbykünstler z.B. zugunsten des Fördervereins "Kirche für unsere drei Dörfer" der Kreuzkirchengemeinde Sprötze gefertigt.
Auch die Tostedter Kirche, die Scheeßeler Kirche neben dem Blaudruckspeicher oder Ansichten von Hamburg und Dresden hat Volker Schöbel in Birkensperrholz verewigt. "Das sind alles Eigenkreationen und Unikate", betont Schöbel. In den Sockeln der Schwibbögen entdeckt man dabei immer Neues und zum Teil Erstaunliches, zum Beispiel beim Dresdner Schwibbogen den Fürstenzug, der auf einem Wandgemälde auf einer Hauswand in der Altstadt zu sehen ist, oder - auf dem Schwibbogen für ein befreundetes Ehepaar - den Audi der Ehefrau. Für den Schwibbogen einer Spedition nähte seine Frau kleine Kaffeesäckchen mit echten Kaffeebohnen darin, die den Bogen zu einem echt "duften" Erlebnis machen.
Zwischen 15 bis 80 Stunden Arbeit investiert Volker Schöbel pro Bogen. "Die Bögen fertige ich überwiegend für Familie und Freunde - als Geschenke oder zum Selbstkostenpreis", so Schöbel, der an seinem Hobby nichts verdienen will.
Wenn man Volker Schöbels filigrane Schnitzereien sieht, kann man kaum glauben, dass er kein ausgebildeter "Holzwurm" ist. "Mein Vater war Tischler, von ihm habe ich vermutlich das Holz-Gen geerbt", schmunzelt Schöbel. Handwerkliches Geschick und feinmotorische Fähigkeiten brauchte er auch für seinen früheren Beruf als Feinmechaniker-Modellbauer, in dem er 20 Jahre lang professionelle Schiffsmodelle baute.
Die Arbeit mit Holz begann Volker Schöbel vor rund 30 Jahren mit einer Holzpyramide. Schwibbögen fertigt er seit 15 Jahren. Vor 20 Jahren entdeckte Volker Schöbel das Kerbschnitzen, mit dem er Buchhüllen aus Lindenholz verziert. Darauf kam er bei einem Urlaub im Stubaital (Tirol). "Das hat mir viel Spaß gemacht und gleich auf Anhieb geklappt", erzählt Schöbel. Seither hält er auch Kontakt zu zwei renommierten Schnitzern aus der österreichischen Region, mit denen er sich fachlich austauscht. Schließlich wagte er sich auch ans Reliefschnitzen.
"Inzwischen schnitze ich auch Krippenfiguren, aber damit bin ich noch im Anfangsstadium", sagt der Hobykünstler bescheiden. Als nächstes will er das Tostedter Rathaus zum Motiv eines Schwibbogens machen. Und das wird nicht sein letztes Projekt sein. "Ich habe noch viel vor", kündigt Schöbel an.