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Erhöhte Wildunfall-Gefahr durch Uhren-Umstellung

Durch die Uhren-Umstellung fällt der Berufsverkehr in die Frühstückszeit der Rehe, die vielfach unachtsam die Straße überqueren (Foto: Börner / DJV)
(bim). Am kommenden Sonntag, 26. März, werden die Uhren wieder auf Sommerzeit umgestellt. Dadurch erhöht sich die Gefahr von Wildunfällen vor allem beim heimischen Rehwild, das besonders in den frühen Morgenstunden nach Essbarem sucht. Die Jägerschaft appelliert daher an die Autofahrer: In der Dämmerung Fuß vom Gas, besonders an Wald- und Feldrändern. Denn wenn die Uhren um eine Stunde vorgestellt werden, fällt der Berufsverkehr - für das Wild unerwartet - plötzlich wieder in die Dämmerung.
Auf den Straßen des Landkreises Harburg wurden im vergangenen Jahr 1.227 Ricken, Böcke und Kitze getötet, im Landkreis Stade waren es 826 Tiere.
„Dem heimischen Wild sind Zeitumstellung und Verkehrsregeln völlig fremd“, so der neue Vorsitzende der Jägerschaft Stade, Dr. Martin Wenzel. Die Tiere folgen bei ihrer Äsung einem festen Rhythmus. Sie wandern von ihren Ruhezonen im Wald zu nahe gelegenen Wiesen und Feldern, auch auf der anderen Straßenseite. Die heimischen Schalenwildarten wie Rehe und Wildschweine benötigten im Frühjahr verstärkt Mineralien, insbesondere für den Wechsel des Winter- ins Sommerfell, das Geweih-Wachstum und bevorstehende Geburten. Wie ein Magnet wirkten deshalb Streusalzreste an Straßenrändern. Zudem seien junge, unerfahrene Rehböcke jetzt auf Reviersuche und überqueren dabei achtlos Straßen.
Sollte es zu einem Wildunfall kommen, gilt: Ruhe bewahren und die Unfallstelle absichern. Außerdem muss die Polizei und, falls bekannt, der zuständige Jäger benachrichtigt werden. Selbst wenn am Fahrzeug kein sichtbarer Schaden entstanden und das Tier geflohen ist, bittet die Jägerschaft darum, in jedem Fall den zuständigen Jagdpächter zu benachrichtigen. Denn verletztes Wild läuft unter Schock erst einmal weiter. Ein Jäger kann mit seinem speziell ausgebildeten Hund danach suchen und von seinen Qualen erlösen.
Die getöteten Wildtiere dürfen keinesfalls mitgenommen werden, denn das wäre Wilderei.