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Fliegenfischer- und Naturschutzgemeinschaft Nordheide hilft der Este "auf die Sprünge"

Walter Mielke mit dem Totholz, das Kleinstlebewesen in der Este Unterschlupf bietet
bim. Bötersheim. Entlang der Este bei Bötersheim rückten in den vergangenen Tagen Mini-Bagger, Radlader und eifrige Naturfreunde an, um dem Fluss etwas "auf die Sprünge" zu helfen. "Wir versuchen, die Struktur im Gewässer zu verbessern", sagt Walter Mielke, Gewässerobmann der Fliegenfischer- und Naturschutzgemeinschaft Nordheide. So brachten er und weitere Aktive abgelagerte Steine von den umliegenden Feldern, Kies und Totholz in Ufernähe ein, damit der Fluss sich wieder schlängelt und die Kleinstlebewesen sowie die Fische - überwiegend Bachforellen - Unterschlupf und Laichmöglichkeiten finden.
Aber auch der starke Sandtrieb von den abgespülten Ufern soll dadurch minimiert werden, damit beim Mühlenteich in Buxtehude nicht zu viel Sand ankommt.
"Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg unterstützt die Maßnahmen finanziell und übernimmt u.a. die Transportkosten der Steine durch die Nenndorfer Firma Hauschild", erläutert Walter Mielke. Fachliche Unterstütung gibt es von Detlef Gumz, Leiter der Abteilung Naturschutz/Landschaftspflege beim Landkreis.
Sechs bis sieben Arbeitseinsätze im Jahr führt die Naturschutzgemeinschaft Nordheide zur Renaturierung der Este ehrenamtlich durch. Außer an der Este bei Bötersheim war der Bereich Langeloh und Hoinkenbostel ein weiterer Arbeitsschwerpunkt.
Was sich einfach anhört, bedarf einiger Vorbereitung. Denn um an Steine und die Bereiche der Este zu kommen, müssen natürlich die Einwillgungen zur Betretung der Flächen von den Besitzern eingeholt werden. Und die richtigen Eigentümer zu ermitteln oder zu erreichen, sei zum Teil schon mit Aufwand verbunden, so Mielke.
Auch die Wassermenge, die die Este führt, finden die Naturfreunde bedenklich. "Durch den trockenen Sommer führt die Este wenig Wasser. Wir haben aber auch Einwände erhoben gegen die von den Hamburger Wasserwerken (HWW) geförderte Wassermenge, die in Hoinkenbostel einen Brunnen direkt an der Este haben", berichtet Walter Mielke. Seit die HWW Wasser aus der Nordheide fördern, führe die Este 20 bis 25 Zentimeter weniger Wasser.
Der Fliegenfischer- und Naturschutzgemeinschaft Nordheide gehören 42 Mitglieder an. Sie kümmern sich um den Este-Abschnitt zwischen Cordshagen bei Welle bis zur Autobahn nach Bremen. Seit Anfang der 1980er Jahre setzt sich der Verein intensiv für Verbesserungen an der Este ein.