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Flurbereinigungsverfahren in Otter ist nach 26 Jahren abgeschlossen

Ernst Lüdemann von der Teilnehmergemeinschaft, Bürgermeister Herbert Busch und Jutta Schiecke, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung, enthüllten den Gedenkstein
 
Bernd Reinke vom Amt für regionale Landesentwicklung
bim. Otter. "Dass ich das noch erleben darf, darüber bin ich sehr froh", sagte Otters Bürgermeister Herbert Busch. Denn nach 26 Jahren wurde jetzt das Flurbereinigungsverfahren Otter abgeschlossen, das im Sinne der agrar- und umweltpolitischen Ziele der Landesregierung und zur nachhaltigen Regionalentwicklung durchgeführt wurde. Zur Feier des Tages enthüllte er gemeinsam mit Ernst Lüdeman von der Teilnehmergemeinschaft und Jutta Schiecke, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung, einen Gedenkstein vor dem neuen Feuerwehrhaus.
Ziele der Flurbereinigung sind:
die Entflechtung konkurrierender Nutzungsansprüche von Landwirtschaft und Naturschutz, indem von der Lage her passende Flächen für Entwicklungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet "Obere Wümmeniederung" bereitgestellt wurden.
Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen durch Neugestaltung und Ausbau des ländlichen Wegenetzes sowie Zusammenlegung und verbesserte Ausgestaltung der Wirtschaftsflächen.
Erhaltung, Einbindung und gegebenenfalls Umnutzung landwirtschaftlicher Bausubstanz im Zuge von öffentlichen und privaten Dorferneuerungsmaßnahmen.
Im Amtsbezirk Lüneburg mit seinen elf, stark ländlich geprägten Landkreisen werden derzeit 72 Flurbereinigungsprojekte durchgeführt, berichtete Jutta Schiecke. Sie bedankte sich bei allen, die an der erfolgreichen Umsetzung des Verfahrens mitgearbeitet haben, vor allem der Teilnehmergemeinschaft.
Im Laufe des Verfahrens gab es neun Landwirtschaftsminister. Und noch weit häufiger wechselte der Name der zuständigen Behörde - heute Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg. "Das muss man als Gemeinde erst mal ertragen", so Bürgermeister Busch. Er warb für die Besonderheiten Otters, der "Perle der Samtgemeinde Tostedt", u.a. mit dem Otterberg, dem höchsten Berg in der Region.
"Otter ist die kleinste Gemeinde der Samtgemeinde, aber einzigartig in Niedersachsen, wenn nicht in ganz Deutschland", so Busch, der an den Besuch eines sowjetischen Kosmonauten 1989 in Otter erinnerte, der später als erster frei schwebender Mensch im All in die Geschichte einging.
Otter könne zwar mit guter Verkehrsanbindung, großer Baulandnachfrage und wunderschöner Landschaft punkten. Das Gewerbe sei aber mehr nach Hamburg ausgerichtet. Die Steuern würden in Kommunen wie Seevetal und Neu Wulmstorf landen, während die Ausgleichsflächen im ländlichen Otter erfolgten. "Ich habe hier zwar Kraniche, aber die zahlen keine Steuern", meinte Busch augenzwinkernd. Deshalb seien Förderungen über die Flurbereinigung und Dorferneuerung so wichtig für finanzschwache Räume.
Zum Abschluss wurden noch die Vorstandsmitglieder der Teilnehmergemeinschaft und ihre Stellvertreter geehrt.
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der Medleygruppe der "Töster Sänger" und den Kindern des Kindergartens Otter.


Das Flurbereinigungsverfahren in Zahlen

Eine Rückschau auf das Flurbereinigungsverfahren hielt Bernd Reinke vom Amt für regionale Landesentwicklung.
Im Jahr 2000: Gewässerbau auf 4,3 Kilometer Länge (Kosten: 161.000 Euro)
2009: Erweiterung des Verfahrensgebietes durch Zuziehung von Flächen der Gemarkung Todtshorn auf 1.541 Hektar
2005/06: Wegeausbau auf 14,5 Kilometern (1,65 Millionen Euro)
Naturnahe Gestaltung des Todtgrabens auf 2,7 Kilometer als Ausgleichsmaßnahme (325.000 Euro)
Naturnaher Aufbau von Waldrändern auf einer Fläche von 1,7 Hektar und Maßnahmen zur Vernässung von 18 Hektar im "Großen Torfmoor", getragen durch die Teilnehmergemeinschaft unter Vorsitz von Werner Höft
1992 bis 2002 Dorferneuerungsmaßnahmen: neun öffentliche Maßnahmen (u.a. die Flächengestaltung am Kindergarten, Neugestaltung eines Gehweges und einer Einmündung, rund 230.000 Euro); 49 private Maßnahmen (u.a. Wiederaufbau eines Fachwerkspeichers, Dachsanierungen und Hofbefestigung, rund 280.000 Euro).
Insgesamt standen für das Verfahren 1,84 Millionen Euro, u.a. für Wegebau, landschaftsgestaltende Anlagen und Entschädigungen) zur Verfügung, zu 80 Prozent getragen vom Land und Bund sowie aus Mitteln aus dem Strukturfond der Europäischen Gemeinschaft. 20 Prozent trugen die Samtgemeinde Tostedt und die Gemeinde Otter. Das Gesamtinvestitionsvolumen im Zusammenhang mit dem vereinfachten Flurbereinigungsvefahren Otter beläuft sich auf 4,43 Millionen Euro.