Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Gymnasien protestieren gegen die Sparpläne der niedersächsischen Landesregierung

"Wir lassen unsere Schule nicht im Regen stehen" lautete das Motto am Gymnasium Tostedt, wo Lehrer, Schüler und Eltern gemeinsam eine Menschenkette ums Gymnasium bildeten
bim/bc. Landkreis. Verschiedene Gymnasien im Landkreis beteiligten sich am Donnerstag an Protestaktionen gegen die Sparbeschlüsse der rot-grünen Landesregierung. Unter dem Motto „5 vor 12“ folgten über 60 Lehrer des Gymnasiums Meckelfeld sowie über 100 Lehrer, Schüler und Eltern des Gymnasiums Neu Wulmstorf dem landesweiten Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und gingen auf die Straße. Rund 600 Schüler zweier Gymnasien in Winsen klagten über die durch die Sparmaßnahmen gefährdeten Ausflüge und Klassenfahrten. In Tostedt bildeten 600 Lehrer, Schüler und Eltern mit Regenschirmen eine Menschenkette um das Gymnasium und bekannten: „Wir lassen unsere Schule nicht im Regen stehen“.
„Uns geht es nicht darum, dass die Lehrer eine Stunde pro Woche länger arbeiten müssen, sondern um die aus den Sparmaßnahmen resultierenden Konsequenzen, weil dadurch letztlich 1.750 Lehrerstellen in Niedersachsen eingespart werden und junge Lehrkräfte deshalb keine Chance auf eine Anstellung haben“, sagt Ulrich Graß, Lehrer am Gymnasium Tostedt.
Wegfallen soll auch die sogenannte Altersermäßigung, nach der Lehrer ab dem 55. Lebensjahr eine Stunde, ab dem 60. Lebensjahr zwei Stunden weniger arbeiten müssen. „Diese Regelung war wegen der zwischenzeitlich eingeführten Altersteilzeit ausgesetzt worden mit der Zusage, diese 2014 wieder einzuführen. Das wird durch die neue Regierung nun aufgekündigt“, so Graß. Dass das Geld für die Bildungsoffensive gebraucht wird, steht für ihn außer Frage. „Das kann man aber nicht auf Kosten der Gymnasiallehrer machen“, so Graß.
Die Lehrkräfte sind überzeugt, dass der Sparkurs zu einem Qualitätsverlust führt, da dann u.a. außerschulische Aktivitäten wie Ausflüge, Klassenfahrten oder Theaterbesucher sowie außerschulische Schulprojekte ausfallen müssten.
Bereits zuvor habe es in der Lehrerschaft eine große Unzufriedenheit gegeben, so Ulrich Graß, beispielsweise ausgelöst durch das sogenannte G8, das Abitur nach Klasse 12. Die jetzt für Niedersachsen beschlossene Rückkehr zum Abi nach Klasse 13 biete zumindest eine Chance auf weniger Stress im Schulalltag.
Auch der Schulelternrat des Gymnasiums Neu Wulmstorf stellt sich geschlossen hinter die Lehrerschaft. Die weitere Arbeitszeitverdichtung sei kontraproduktiv, ein vielfältiges außerunterrichtliches Angebot nicht mehr sicherzustellen. Ohnehin habe sich die Arbeitszeit in den vergangenen Jahren schleichend erhöht. Vorsitzende Christiane Heer-Michalsky: „Wir fordern, den Beschluss zurückzunehmen.“