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Handy bestellt aber nie bekommen

Cazim Music mit dem beschädigten Karton, in dem ihm ein Handy zugesandt werden sollte
bim. Tostedt. Cazim Music (55) ist fassungslos: Er wollte sich von einem Elektronikmarkt aus Hamburg ein Handy im Wert von 350 Euro schicken lassen. Doch das kam nie an. Wo es abhanden gekommen ist oder wer es entwendet hat, wird wohl nie geklärt werden.
Der Gastronom aus Tostedt hatte das Handy in dem Geschäft in Hamburg gekauft. Zum ersten Mal, so sagt er, habe er auch eine Versicherung dafür abgeschlossen. "Nach einer Woche fiel das Handy tatsächlich zu Boden und war kaputt. Der Verkäufer im Elektronikmarkt bot an, das Ersatz-Handy per Post zuzuschicken", so Cazim Music.
Zehn Tage später traf tatsächlich das erwartete Päckchen in seinem Restaurant ein. "Wir bekommen häufiger Pakete von unterschiedlichen Lieferanten. Da der Paketdienst es wie immer eilig hatte, unterschrieb leider einer meiner Mitarbeiter", berichtet Music. In der Hektik habe der Angestellte das Päckchen nicht weiter geprüft und auf den Tresen gelegt. Als Cazim Music das ungewöhnlich leichte Paket in die Hand nahm, sah er, dass es zuvor bereits geöffnet und wieder zugeklebt worden sein muss. Das Handy war weg.
Music erstattete sofort Anzeige bei der Polizei. Polizeihauptkommissar Jörn Darkow ermittelte den Auslieferungsfahrer. Der habe über seinen Chef erklären lassen, dass ihm beim Päckchen keine Beschädigung aufgefallen sei. Der Fahrer könne das Handy ebenso an sich genommen haben wie Musics Mitarbeiter, was der Restaurantbesitzer aber ausschließt. Eine dritte Möglichkeit sei theoretisch, dass das Handy bereits vor dem Versand während des Verpackungsvorgangs entwendet wurde, so Darkow, der den Fall an die Staatsanwaltschaft Stade übergab.
Doch auch die kam nicht weiter. Da sich die Tat letztlich niemandem nachweisen lässt, wurde das Verfahren eingestellt.
Cazim Music musste sich also ein neues Handy beschaffen. Zumindest die Versicherungsgebühr hat ihm der Elektronikmarkt erstattet. Zwei Dinge hat der 55-Jährige aus der Sache gelernt: "Es darf kein Mitarbeiter mehr von diesem Auslieferungsdienst ein Paket annehmen" und: "Wenn ich wieder ein Handy brauche, fahre ich nach Buchholz."
Der Gastronom ist nicht der einzige, dem so etwas passiert. Auch ein anderer WOCHENBLATT-Leser hatte jüngst den Verlust gleich zweier Handys auf dem Versandwege beklagt.