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Hat ein Wolf die Rehe gerissen? - Hundehalter ist besorgt / Wolfsexpertin gibt Antworten

Wölfe sind im Bereich der Truppenübungsplätze Munster, Bergen und in der Lüneburger Heide (Bienenbüttel) gesichtet worden. Einen Nachweis für eine Wolf im Landkreis Harburg gibt es bislang laut Landesjägerschaft nicht (Foto: Thorsten Vaupel)
bim. Otter. „Gehen zwei gerissene Rehe auf das Konto eines Wolfes?“, fragt ein besorgter Hundehalter, der mit seinem Vierbeiner regelmäßig im Bereich Otter (Samtgemeinde Tostedt) spazieren geht. Dort hatte der Mann im Sommer vergangenen Jahres die beiden Kadaver und Überreste eines dritten Rehs entdeckt. Im Juli 2014 waren zudem die Überreste eines in Ottermoor gefundenen Kalbs untersucht worden - allerdings ohne Befund, da die Überreste zu alt waren. Auch hier wurde der Wolf als „Täter“ verdächtigt. Sind die toten Tiere ein Indiz für die Wiederansiedlung des Wolfes im Lankreis? Bislang, so sagt die Biologin Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, seien aus dem Landkreis Harburg keine Wolfsnachweise und Sichtungen bekannt, wohl aber aus den Nachbarlandkreisen Lüneburg und Heidekreis. Sie beantwortet Fragen rund um den Wolf.
Welche Tiere gehören zur Beute des Wolfes?
Nahrungsanalysen aus der Lausitz zeigen, dass Rehwild mit über 50 Prozent die Hauptbeute des Wolfes ist, ansonsten Rot- und Schwarzwild, vereinzelt auch Hasen und Mäuse und zu ca. 0,6 Prozent Nutztiere, vor allem Schafe und Ziegen.
Woran erkennt man, ob ein Tier von einem Wolf gerissen wurde?
„Die Bisse vom Wolf sind lokal begrenzt und deutlich massiver als beim Hund. Der Wolf setzt meistens einen Kehlbiss, der das Tier schnell tötet“, so Britta Habbe. Über genetische Analysen von Speichelproben lasse sich der Verursacher oftmals sicher identifizieren.
Welche Gefahr könnte von einem Wolf ausgehen für Hunde, Kinder, Erwachsene?
„Der Wolf ist ein Raubtier, daher sollte man ihm grundsätzlich mit Respekt begegnen“, rät Habbe. „Bei den in Europa bekannten Fällen von Wolfsangriffen waren immer Tollwut oder Fehlverhalten des Menschen die Auslöser“, so Britta Habbe. „Für Hunde gilt: Mögliche Konflikte können bei Begegnungen mit Wölfen entstehen, insbesondere wenn Wölfe freilaufende Hunde als Konkurrenten wahrnehmen. In Wolfsgebieten empfiehlt es sich daher, beim Spazierengehen den Hund an der Leine zu führen.“
• Der aktuelle Stand des Wolfsmonitorings ist nachzulesen unter www.wildtiermanagement.com/wildtiere/haarwild/wolf/.
• Im November hatte die Landesregierung eine „Richtlinie Wolf“ erlassen. Kernpunkt ist ein umfassendes Förderangebot für Schutzmaßnahmen gegen Wolfsübergriffe. Schaf- und Ziegenhaltern sowie Betreibern von Wildgattern wird so ermöglicht, Fördermittel für Elektrozäune und andere Schutzmaßnahmen zu beantragen.
• Auf heftige Kritik des NABU stößt jetzt die aktuelle Forderung des FDP-Landtagsabgeordneten Gero Hocker, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen.