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Hilferuf des Tagesmütter- und -väter-Vereins: "Wir brauchen weitere Mitstreiter"

bim. Tostedt. Seit August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz auch für unter dreijährige Kinder. Doch manche Kommunen kommen nicht hinterher, genügend Plätze in Kindertagesstätten und Krippen vorzuhalten. Das ist nicht allein eine Frage des Geldes, sondern auch des qualifizierten Personals. Für viele Eltern erste Wahl wegen der individuellen und flexiblen Betreuungszeiten sind da Kindertagespflegepersonen. Jetzt aber hat der Verein Tagesmütter und -väter e.V. des Landkreises Harburg echte Nachwuchssorgen. Vorsitzende Brigitta Wagner schlägt Alarm.
„Es brennt überall im Landkreis Harburg. Jede Ortschaft könnte weitere Tageseltern gebrauchen“, sagt sie zu fehlenden Kindertagespflegepersonen. Der Verein übernimmt auch deren Qualifizierung. Doch erstmals seit 25 Jahren fanden sich nicht genügend Teilnehmer, um einen entsprechenden Kursus anbieten zu können.
Dabei laufen aktuell die Telefone beim Verein heiß. „Wir haben täglich bis zu 15 Anfragen von Eltern, die keinen Krippen- oder Kindertagesstättenplatz bekommen“, berichtet Brigitta Wagner bei einem Treffen der Tageseltern in Tostedt. Zwischen Februar und April würden die Kommunen die Plätze vergeben. „Danach geht der Run auf die Tagesmütter los“, so die Vorsitzende.
Der Bedarf sei sehr hoch. Meist würden Tagesmütter und -väter in Vollzeit gesucht, weil u.a. für Pendler und im Schichtdienst Arbeitende Kitas oftmals nicht infrage kämen.
Zum Verein gehören derzeit 172 Tagespflegepersonen, von denen aktuell 115 für Kinderbetreuung zur Verfügung stehen. „Vor sieben Jahren waren es noch ca. 700“, macht Brigitta Wagner die Misere deutlich. Insgesamt gibt es im Landkreis Harburg 160 Kindertagespflegepersonen, die 691 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren betreuen.
Woran der Personalengpass liegt, ist nicht bekannt. Vor rund einem Jahr hatten sich allerdings Tagesmütter beim WOCHENBLATT gemeldet, die sich speziell von einer Mitarbeiterin der zuständigen Abteilung „Besondere Leistungen für Kinder und Jugendliche“ beim Landkreis schikaniert fühlten. Auch Brigitta Wagner habe einige entsprechende Rückmeldungen bekommen, die „personelle Gründe“ anführten. Die WOCHENBLATT-Berichterstattung hatte letztlich personelle Konsequenzen zur Folge.
„Durch den personellen Wechsel ist die Zusammenarbeit mit dem Landkreis wieder besser geworden“, so Brigitta Wagner.
Sie und ihre Mitstreiter hoffen, „alte Tageseltern“ wieder aktivieren zu können, und natürlich neue Interessierte zu finden. Sie finden nicht nur Rückhalt durch Beratung beim Landkreis, sondern an ihrem jeweiligen Wohnort. Denn in jeder Ortschaft gibt es eine Ortsgruppe, die wiederum untereinander gut vernetzt sind.
Der Qualifizierungskursus umfasst rund 260 Stunden. „Wir als Verein sind in der Lage, jederzeit ohne große Vorlaufzeit einen Kursus anbieten zu können“, so Brigitta Wagner. Diese Kurse finden in der Geschäftsstelle des Vereins in Buchholz statt. Die Ausbildung sei aber auch anderenorts möglich.
• Interessenten melden sich bei Brigitta Wagner unter Tel. 040-85401504 (Montag bis Donnerstag von 9 bis 11.30 Uhr und von 13 bis 15 Uhr), E-Mail: brigitta.wagner@tagesmuetter-vaeter.de, oder bei der zweiten Vorsitzenden Heidi Kummer unter Tel. 04181-2998577 (Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr), heidi.kummer@tagesmuetter-vaeter.de. Nähere Informationen gibt es auch unter www.tagesmuetter-vaeter.de.