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Hohe Phosphatwerte in der Wümme

(bim/nw). Vom Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die Oberflächengewässer in einem guten ökologischen und chemischen Zustand zu setzen, ist man bei der Wümme noch weit entfernt. Das ist das Ergebnis einer Gewässer-Untersuchung des Vereins VSR-Gewässerschutz im Rahmen seines Projektes "Phosphatbelastung unserer Gewässer durch Entwässerungsmaßnahmen". Die Wümme entspringt im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide und fließt nach 118 Kilometern bei Bremen in die Lesum.
Der Untersuchung zur Folge sind die Phosphatwerte in der Wümme dreimal so hoch wie der von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) festgelegte Schwellenwert es erlaubt. Als eine Ursachen für die hohe Phosphatkonzentration vom Tostedter Ortsteil Wümme bis zur Mündung in die Lesum nennt der VSR-Gewässerschutz entwässerte Hochmoorböden und Dünger-Einträge aus der Landwirtschaft.
"Wegen des Torfabbaus und der intensiven Landwirtschaft wird Niedersachsen die Wasserrahmenrichtlinie nicht einhalten können. Diese verpflichtet den Bund und die Länder, den Gewässerschutz flächendeckend umzusetzen. Das ist hier bisher versäumt worden. Und so belasten die Phosphate die Weser und damit auch die Nordsee", so der VSR-Gewässerschutz.
Hintergrund: Gülle enthält neben Stickstoffen auch große Mengen Phosphor, den Grundbaustein der Phosphate. Gerade bei sauren Hochmoorböden mit ihrem geringen Speichervermögen werden große Mengen Phosphat über die Entwässerung der Wiesen ausgewaschen. Auch die Gärreste aus Biogasanlagen enthalten, wenn in der Anlage Gülle zur Energiegewinnung benutzt wurde, häufig mehr Phosphat als die Pflanzen benötigen. Das gelte insebesondere bei der Verwendung von Schweinegülle und Geflügelmist.
Der Verein fordert die niedersächsische Regierung daher auf, sich darum zu kümmern, dass der Torfabbau eingestellt wird und die intensiv als Günland genutzten entwässerten Moore in extensives Grünland umgewandelt werden, wenn keine Rückführung in ein funktionsfähiges Hochmoor möglich ist.
• Weitere Infos unter www.vsr-gewaesserschutz.de/20.html