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Hunde müssen wieder an die Leine

 
Für Denise Ermisch, die derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst im Buchholzer Tierheim absolviert, ist es selbstverständlich, Malinois-Mischling Toni an der Leine zu führen
(bim). Für viele Hundehalter ein Ärgernis, für Wildtiere überlebensnotwendig: Ab kommenden Mittwoch, 1. April, bis zum 15. Juli gilt wieder die Anleinpflicht. Ohne Leine auf Grünflächen, Wiesen, Feldern und in Wäldern frei herumtollen ist für Hunde während der Brut- und Setzzeit dann wieder tabu. Das gilt auch für Hunde, die mit ihrem zweibeinigen Freund über den Markt oder durch die Fußgängerzone spazieren oder öffentliche Gärten, Friedhöfe und Parkanlagen besuchen.
Hintergrund: Viele Wildtiere ziehen ihren Nachwuchs am Boden oder in Bodennähe auf. Freilaufende Hunde stellen in dieser Zeit eine große Gefahr für das Wild dar, insbesondere für tragende Muttertiere und ihren Nachwuchs wie Rehkitze, Jung-Hasen, Kaninchen sowie für Bodenbrüter wie Fasan, Rebhuhn, Kibitz, Feldlerche und ihre Gelege.
„Vielfach sind sich Hundebesitzer nicht bewusst, welche Gefahr von ihren freilaufenden Hunden für unsere wild lebenden Tiere ausgehen kann“, sagt Heribert Strauch, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit in der Jägerschaft Landkreis Harburg.
„Nicht nur die Jungtiere sind für stöbernde Hunde leichte Beute, auch die Elterntiere sind stark gefährdet. Hochträchtige Rehe beispielsweise sind bei Weitem nicht mehr schnell genug, um vor ihnen zu fliehen“, so Strauch.
Wer sich nicht an die Anleinpflicht hält und erwischt wird, muss mit drastischen Konsequenzen rechnen - mit einem Bußgeld bis zu 5.000 Euro oder im Extremfall mit dem Abschuss eines wildernden Hundes durch einen Jäger.
Ausgenommen von der Anleinpflicht sind u.a. Hunde zur rechtmäßigen Jagdausübung, Rettungs-, Hüte- und Blindenhunde sowie Bundesgrenzschutz- und Polizei-Hunde.
Im Buchholzer Tierheim ist es grundsätzlich selbstverständlich, die Hunde an der Leine zu führen. „Unsere Hunde sind zwar im Training und hören sehr gut, aber wir haben in Tierheimnähe auch viel Wild“, sagt Tierheimmitarbeiterin Sandra Bienek. Sie verweist auf die Möglichkeit, Hunde auf dafür ausgewiesenen Flächen laufen zu lassen.
• Kostenlose Auslaufflächen für Hunde bieten Christel und Freddy Job auf dem Gelände ihres Tierhotels in Buchholz-Dibbersen, Königsgrund 2, an. Dort steht eine rund 4.000 Quadratmeter große, umzäunte Wiese jeweils montags, mittwochs und freitags von 15 bis 20 Uhr zur Verfügung.
• Eine ca. 3.500 Quadratmeter große Freilauffläche gibt es im Gewerbegebiet Oelstorf in der Samtgemeinde Salzhausen.
• In Neu Wulmstorf wurde eine 3.000 Quadratmeter große Hundefreilauffläche eingerichtet, die allerdings nur von den Mitgliedern des Vereins „Leinen los - Neu Wulmstorfer Hundefreilauffläche“ genutzt werden darf. Interessenten an einer Mitgliedschaft wenden sich an Hilde Carmen Petrovici unter Tel. 0173 - 2077677.


Jungtiere nicht anfassen oder mitnehmen

Im Frühling gilt es für alle Naturfreunde, einiges zu beachten: Stößt man auf vermeintlich schutzlos wirkende Jungtiere, bittet die Jägerschaft dringend darum, solche „Findlinge“ nicht zu berühren oder mitzunehmen. Wittert das Muttertier an seinem Nachwuchs menschlichen Geruch, nimmt es ihn nicht mehr an und er verhungert. Der Nachwuchs ist nämlich nur scheinbar verlassen, das Muttertier beobachtet das Versteck ihrer Jungtiere aus sicherer Entfernung und kommt regelmäßig zum Säugen.