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Im Wald waren die Bären und Bisons los

Beim Zielen auf eine Wildschwein-Attrappe: Peter Hendle aus Itzehoe

Der 1. BSC Nordheide veranstaltete sein 3D-Spaßturnier / Rund 100 Teilnehmer aus Norddeutschland gingen auf die Pirsch

bim. Kakenstorf. Mit Pfeil und Bogen auf Bison, Luchs, Puma oder Wildschwein anlegen - das konnten kürzlich rund 100 Bogenschützen aus Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein beim 3D-Spaßturnier des 1. BSC Nordheide in Kakenstorf. Im Wald hinter dem Vereinsgelände waren buchstäblich die Bären los, denn drei dieser Hartschaum-Tiere waren in dem Parcours verteilt.
Das 3D-Schießen ist die jagdliche Variante des Bogensports, die aus Amerika stammt und der realen Bogenjagd nachempfunden ist. Da die Jagd mit Pfeil und Bogen in Deutschland auf lebende Tiere verboten ist, kommen dreidimensionale, lebensgroße und naturgetreu nachgebildete Wildtier-Attrappen zum Einsatz. "Unser Tierpark umfasst um die 50 Tiere - vom Raben bis zum Büffel", so B-Trainer Heiko Knüppel. Der Jagdbogen unterscheide sich vom Recurve- und Compoundbogen insofern, dass er keine Zieleinrichtung habe. "Der Schütze muss selbst einschätzen, aus welcher Entfernung er schießt. Das können zwischen fünf und 50 Meter sein. Das macht den Reiz aus", so Heiko Knüppel. In der 3D-Abteilung sind aber alle Bogenklassen vertreten. Jeder Schütze hat drei Versuche. Wer beim ersten Mal trifft, erhält die höchste Punktzahl.
Rund 15 Helfer hatten früh morgens Verpflegung organisiert und einen Parcours im Wald aufgebaut und beschildert. Der Reihenfolge nach nahmen die Teilnehmer im Alter von neun bis 74 Jahren die Kunststofftiere ins Visier. Dabei gab es auch manche Herausforderung zu meistern. Der Elch saß so dicht am Bach, dass mancher Pfeil mit viel Geschick wieder aus dem Wasser gefischt werden musste. Oder es galt, Tiere durch einen Eimer oder eine Astgabel zu treffen. "Das ist eine Kopfnummer. Man blendet alles aus, was nicht Ziel ist und fokussiert", so 3D-Experte und Mitorganisator Jens Guschmann über die anspruchsvolle Aufgabe. Und manche der Tiere waren im Wald nur schwer auszumachen.
Damit nichts passiert, waren die Wege von den Schussbahnen ausgenommen. Mit Schildern wurde auf das Bogenschießen hingewiesen. "Absperren bringt nichts", so Jens Guschmann, der zum Beispiel bei einem Turnier in Nordrhein-Westfalen erlebt hat, dass Spaziergänger das Flatterband einfach ignorieren oder entfernen. Das kann gefährlich werden, erreichen die Pfeile eines Jagdbogens doch je nach Zuggewicht und Schütze bis zu 200 Stundenkilometer.
Lebende Wesen wurden bei dem Turnier in Kakenstorf jedenfalls nicht verletzt. Der Spaß stand im Vordergrund. Und viele Bogenschützen sind sicher wieder am 4. und 5. Oktober dabei, wenn der BSC zum zweitägigen 3D-Turnier einlädt.