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Immer wieder kracht es auf der L213 / Anwohner fordern Geschwindigkeitsbegrenzung

Dieser Unfall ereignete sich Anfang dieser Woche - der vierte Unfall in vier Wochen (Foto: privat)
 
In dieser Woche wurde ein neuer Spiegel für die Anlieger installiert, die aus der Straße "Hinterm Holze" auf die L213 abbiegen wollen. Der nützt aber nichts, wenn er beschlagen ist
bim. Asendorf. „Mich hat das mitgenommen“, sagt Annette Kaiser. Sie war Ersthelferin, als vor rund zweieinhalb Wochen ein 25-Jähriger mit seinem Wagen in der Kurve auf der L213 bei Asendorf auf die Gegenfahrbahn geschleudert war. Er kollidierte mit einem Mercedes, wurde im Fahrzeug eingeklemmt und kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Und es ist nicht der erste Unfall in dieser oft unterschätzten, langgezogenen Kurve.
„Die Kurve ist sehr gefährlich. Bei Regen wird die Fahrbahn sofort schmierig“, berichtet Uwe Meyer, dessen Reiterhof hinter dem Unfallschwerpunkt an der Straße „Hinterm Holze“ liegt. 1975 sei auf dem unübersichtlichen Abschnitt ein Kind überfahren worden, so Meyer. Und bereits vor 25 Jahren habe der damalige Asendorfer Bürgermeister Peter Muus (†) eine Geschwindigkeitsbegrenzung gefordert - erfolglos.
Beim Ortstermin werden die Probleme deutlich: Pkw- und Lkw-Fahrer aus Richtung Hanstedt schneiden vielfach die Kurve. Gut zu erkennen an der Rille, die sich inzwischen neben der Fahrbahnmarkierung in die Straße gefräst hat. Der aus Richtung Asendorf kommende Verkehr weicht auf der leicht abschüssigen Straße auf die Entwässerungsrinne aus.
Wer aus der Straße „Hinterm Holze“ auf die L213 abbiegen möchte, kann in beide Richtungen nur wenige Meter die Fahrbahn einsehen. Ein Spiegel soll Abhilfe schaffen, doch der ist an dem Morgen beschlagen. Und selbst wenn er das nicht ist, sind Autofahrer ohne Licht kaum bis gar nicht zu erkennen. Hinzu kommt, dass auf dem Abschnitt bis zu 100 km/h gefahren werden darf. Und manche Autofahrer sogar in der Kurve überholen.
Immer wieder kommt es zu Unfällen, teilweise mit tödlichem Ausgang .
„Meine größte Sorge ist, dass den Kindern etwas passiert“, sagt Uwe Meyer. Denn von den sieben in der Siedlung lebenden Kindern sind drei schulpflichtig und müssen die L213 mindestens zweimal am Tag überqueren, um zum Bushäuschen und zurück zu kommen.
Uwe Meyer und Annette Kaiser fordern dringend eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf mindestens 70, besser auf 50 km/h. Zudem müsse mehr auf die Gefährlichkeit der Kurve und die Unfallgefahr als solches mit Schildern hingewiesen werden, ebenso ein Überholverbot gelten.
Nicht nur die Anwohner, auch die Gemeinde Asendorf habe bei der Straßenbaubehörde in Lüneburg erneut eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h für diesen Bereich gefordert, berichtet Asendorfs Bürgermeister Rainer Mencke. „Es ist nicht nachzuvollziehen, dass hier 100 km/h erlaubt sind, wo doch von Harburg bis Asendorf eine 70er Strecke ist“, so Mencke.
Da die Unfallfahrer vielfach in den Gegenverkehr gerutscht sind, war nach einem tödlichen Unfall vor einigen Jahren eine Leitplanke angebracht worden, um zumindest den Aufprall an Bäume abzuwenden.
Auch bei den beiden jüngsten Unfällen hatten die Fahrer in der Rechtskurve jeweils die Kontrolle über ihre Autos verloren und waren in den Gegenverkehr geschleudert.
Die Leitplanke könne aber nur manche Unfallfolge, nicht die Ursachen verhindern. Doch welche für diese Unfallhäufung verantwortlich sind, darüber zerbrechen sich alle Verantwortlichen den Kopf.
Auch die Polizei hat den Streckenabschnitt als Unfallschwerpunkt erkannt. "Es hat an der Stelle in den vergangenen drei Jahren sieben Unfälle gegeben, einen im Jahr 2014, zwei 2015 und vier in diesem Jahr", bestätigt Frank Waldhaus, Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Harburg. Laut Anwohner Uwe Meyer waren es sogar noch mehr Unfälle, bei der die Polizei aber nicht jedes Mal involviert war, weil die Unfallbeteiligten sich z.B. untereinander einigten oder nur Blechschäden zu beklagen waren.
Wie die gefährliche Stelle entschärft werden kann, soll demnächst im Rahmen eines Ortstermins erörtert werden. Daran nehmen neben Vertretern der Gemeinde die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Lüneburg, der Landkreis Harburg, die Polizei und die Betriebsgemeinschaft Straßen teil. "Wir hoffen, dass wir eine Lösung finden, um Unfällen künftig vorzubeugen", sagt Bürgermeister Mencke.