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Ist dieses Baby kriminell? Eltern müssen für Säugling polizeiliches Führungszeugnis vorlegen

Baby Sarisha ist erst sechs Wochen alt. Für ihre Ausreise mussten ihre Eltern den indischen Behörden dennoch ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen
bim. Tostedt. Von Behördenpossen liest man in Deutschland häufiger. Doch preußische Gründlichkeit kennt man auch im südostasiatischen Indien. Diese Erfahrung machten jetzt Oliver Govinda Elstermann (35) und seine indische Ehefrau Vinothini (22). Für ihr sechs Wochen junges Töchterchen Sarisha mussten sie in Indien ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, damit sie ihr Kind mit nach Deutschland nehmen konnten.
Oliver Elstermann lebt und arbeitet in Deutschland und in Indien - als DJ und Musikproduzent "Mr. Gof" sowie für das Tostedter Einrichtungshaus "Galerie Himmelsweg" seiner Eltern Heidi und Volker Elstermann. Seit einem Jahr ist er mit Vinothini verheiratet, die - bereits schwanger - Anfang des Jahres nach Indien reiste. Fünf Wochen vor der Geburt kam Oliver Elstermann nach, fünf Wochen danach wollte das Paar gemeinsam mit der kleinen Sarisha nach Deutschland zurückkehren. Da begannen die Probleme: "Mit der Geburt bekam unser Kind die deutsche Staatsbürgerschaft", erklärt Oliver Elstermann. Und hielt sich ohne gültiges Visum sozusagen illegal in Indien auf.
Für das Ausreise-Visum mussten dann allerhand Formulare beigebracht und diverse Behördengänge absolviert werden - vom deutschen Generalkonsulat bis zum Einwohnermeldeamt. Geburtsurkunde, Kinderreisepass, notarielle Beglaubigungen von Heirats- und Geburtsurkunde, eine Ausreisegenehmigung, persönlich unterzeichnete Briefe und ein Unterkunftsnachweis samt Stromabrechnung bis hin zu besagtem polizeilichen Führungszeugnis waren beizubringen.
Oliver Elstermann kann die Gründlichkeit zum Teil verstehen. "In Indien gibt es das Problem, dass Kinder gestohlen werden und manche Leute ihre Kinder verkaufen", erklärt er. "In unserem Fall war das natürlich Quatsch, weil Sarisha einen deutschen Pass hat."
In dem polizeilichen Führungszeugnis bestätigt die Kottakuppam Police Station jedenfalls, dass Sarisha während ihres Aufenthaltes in Indien nicht kriminell in Erscheinung getreten ist und auch nicht gegen sie ermittelt wird.
"Für uns ist es beruhigend, zu wissen, dass unser Kind ungefährlich ist", scherzt denn auch Oliver Elstermann.