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Jüdisches Museum Berlin on Tour in Tostedt und Buxtehude

Die Achtklässler Tom (v. li.), Finn, Lukas, Than Thao und Jacqueline an einem der Würfel der mobilen Würfelausstellung
(bim). Die ersten Juden kamen wahrscheinlich vor rund 2.000 Jahren nach Deutschland und damit lange vor der Gründung des Deutschen Reiches 1871, erstmals urkundlich erwähnt werden Juden im Jahr 321 im Raum Köln. Mit Juden verbunden wird aber meist ihre zwölfjährige Verfolgung und Vernichtung im Dritten Reich. Dass Jüdischsein mehr ist, vermittelt das Jüdische Museum Berlin. Da nicht jeder die Möglichkeit hat, das Museum selbst zu besuchen, geht es seit zehn Jahren mit seinem Outreach-Programm auf Tour und besucht weiterführende Schulen. Die Schule im Düvelshöpen in Tostedt und die Berufsbildenden Schulen Buxtehude waren jetzt zwei der fünf Stationen der aktuellen Tour durch Niedersachsen und Bremen.
An der Tostedter Hauptschule befassten sich Neunt- und Zehnklässler in einem Workshop mit dem Leben von sechs jüdischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in Video-Interviews einen Einblick in ihren Alltag geben. Anschließend hatten die Schüler Gelegenheit, sich über das Gehörte auszutauschen und über eigene Identitöt, Kultur und Religiosität zu diskutieren.
Zeitgleich bauten Siebt- und Achtklässler im Musikraum eine mobile Würfelausstellung auf. In die fünf Würfel sind  16 Vitrinen mit Texten, Karten, Fotos und Abbildungen eingebaut, die sich den Themen "Jüdisches", "Leben und Überleben", "Anfang, Ende und dazwischen", "Lebenswege" und "Feste feiern" widmen. Beim "Feste feiern" wurden den Jugendlichen z.B. die wichtigsten jüdischen Feiertage näher gebracht. So erfuhren sie, dass während des Pessach-Fests die Befreiung der Juden aus der ägyptischen Sklaverei gefeiert wird und dass das Chanukka-Fest an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem erinnert.
Bevor es an die Würfel ging, stellte Museumspädagogin Ines Meyer-Kormes kurz das 2001 eröffnete Jüdische Museum - den Zick-Zack-Bau des amerikanischen Architekten Daniel Libeskind - vor. Die Schüler durften rätseln, was es mit der ungewöhnlichen Architektur auf sich hat, ob es sich um einen zerbrochenen Davidstern oder einen Blitz handelt. "Jeder soll seine eigene Perspektive finden", war die aufgeweckte Antwort eines Siebtklässlers.
"Die Idee, dass das Jüdische Museum auf Tour geht, finde ich total gut", sagt Hauptschullehrerin Susanne Löwe. "Ich finde es wichtig, über das Judentum aufzuklären, das wir im Religionsunterricht genauso wie andere Weltreligionen ausführlich behandeln. Aber es ist authentischer, wenn Juden selbst etwas erzählen." Um besucht zu werden, bedurfte es einer Bewerbung - und Glück bei der Auslosung, denn nur 30 weiterführende Schulen werden bundesweit in diesem Jahr besucht.
Schulen, die sich für den Besuch des Jüdischen Museums on tour interessieren, nehmen Kontakt zu Sarah Hiron, Leiterin von Outreach, auf per E-Mail an s.hiron@jmberlin.de.