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Jugendherberge in Inzmühlen steht kurz vor dem Verkauf

Der DKH-Landesverband will die Jugendherberge nun doch selbst verkaufen
 
Ist enttäuscht von der Entscheidung des Landesverbandes: André König
bim. Handeloh. Nun ist es also amtlich: Der Landesverband Nordmark des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) will die Jugendherberge in Handeloh-Inzmühlen - die einzige im Landkreis Harburg - verkaufen. Bis zuletzt hatte der Förderverein gehofft, die Einrichtung mit einem gemeinnützigen Träger in bewährter Weise fortführen zu können. Jetzt erreichte dessen Vorsitzenden André König eine E-Mail des Landesverbandes, in der dieser mitteilt, dass es fünf potentielle Kaufinteressenten gebe.
Wie berichtet, ist die Jugendherberge seit Ende Juni geschlossen. Hintergrund war der große Investitionsstau. Mindestens zwei Millionen Euro wären laut dem DJH-Landesverband inzwischen nötig, um die 1961 eröffnete Einrichtung auf aktuelle Standards zu bringen. Zuvor hatte der Landesverband kaum in die Einrichtung investiert. Der Förderverein geht allerdings davon aus, dass 400.000 Euro für die notwendigsten Sanierungen reichen.
„Beim ersten Gespräch mit dem Landesverband vor einigen Monaten bekamen wir die Zusage, dass die Jugendherberge zum symbolischen Kaufpreis von einem Euro veräußert wird, vorausgesetzt, wir finden einen gemeinnützigen Träger. Wir hatten eine Handvoll an Interessenten, konnten aber bis auf Weiteres keine näheren Angaben zu den Voraussetzungen durch den Landesverband machen“, berichtet André König. Dann sei der Verband aber zurückgerudert. Ende Juli erfuhr der Förderverein, dass der Landesverband eine Maklerin mit der Vermarktung des Objektes beauftragt habe - mit dem jetzigen Ergebnis der fünf Kaufinteressenten.
„Seitens der Interessenten hat bisher keine Kontaktaufnahme zum Förderverein stattgefunden. Solange ich nicht weiß, wer es ist, können wir nichts machen“, so König. Dem Förderverein sind daher bislang die Hände gebunden.
In der E-Mail an König heißt es u.a., dass der Landesverband eine kurzfristige Lösung finden wolle, „die die grundsätzliche Ausrichtung für soziale Zwecke im weitesten Sinne weiter gewährleistet.“
Ist das etwa schon ein Hinweis auf die künftige Nutzung der Jugendherberge als Unterkunft für Flüchtlinge? So wie es das Deutsche Jugendherbergswerk derzeit vormacht und die in der kälteren Jahreszeit nicht ausgebuchten Jugendherbergen Zuwanderern zur Verfügung stellt, wie u.a. bereits in Zeven (Kreis Rotenburg) und Bremen geschehen.
Handelohs Bürgermeister Heinrich Richter schließt das aus. „Laut dem Flächennutzungsplan ist die Fläche für den Gemeinbedarf als Einrichtung für soziale Zwecke und konkret als Jugendherberge vorgesehen. Dort könnten also nur ähnliche Dinge wie eine Jugendherberge zugelassen werden“, sagt er. Eine Unterbringung von Asylbewerbern dort - am Rande des Dorfes und des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide - hält er für denkbar ungeeignet. Und er könne sich auch nicht vorstellen, dass der Rat dem zustimmen würde, solange noch andere Unterbringungsmöglichkeiten bestünden.
Die Nutzung der Immobilie für Gewerbe und Wohnbebauung seien ebenfalls ausgeschlossen, so Richter.
Nun bleibt also abzuwarten, wer die Jugendherberge kauft, und was dann damit geschehen soll. Solange es keine konkreten Anfragen gebe, werde auch der Landkreis nicht tätig, so Kreissprecher Johannes Freudewald. Zumal in Handeloh gerade erst eine zweigeschossige Container-Anlage für 58 Asylbewerber entstanden ist.