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Kein Maulkorb - keine Beförderung? Die unterschiedlichen Bedingungen der Zug-Gesellschaften in der Heide

Kai Bronisch mit Hündin Pippa vor dem Erixx, auf dem schon diverse Piktogramme zu sehen sind
 
Ohne Maulkorb darf Hündin Pippa laut Beförderungsbestimmung nicht mitfahren. Mit Herrchen Kai Bronisch bleibt sie auf dem Bahnsteig zurück
bim. Handeloh. "Wir möchten Touristen in die Heide bekommen, und das am liebsten per Zug", sagt Kai Bronisch, Vorsitzender des Bürger- und Verkehrsvereins Handeloh. Problematisch wird das allerdings für Hundehalter, die per Zug, etwa aus Hamburg in die Heide kommen wollen. Denn in den Zügen im Geschäftsbereich des Hamburger Verkehrs-Verbundes (HVV) gilt für Vierbeiner nur eine Anleinpflicht. Im Metronom und in der Heidebahn Erixx wird zudem für alle Hunde, die nicht ins Handgepäck passen, auch ein Maulkorb verlangt. "Außer in den mehrseitigen Beförderungsbedingungen steht das aber nirgends", kritisiert Kai Bronisch. Theoretisch dürften Zugbegleiter Hunden ohne Maulkorb demnach die Beförderung verweigern.
Insbesondere seit der Heidschnuckenweg im Abschnitt zwischen Buchholz und Handeloh zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt wurde, kommen zahlreiche Touristen nach Handeloh. "Hundehalter aus Hamburg steigen am Hauptbahnhof in den Metronom und in Buchholz in den Erixx und wissen nicht, dass dann Maulkorbpflicht für ihre Hunde besteht. Das erfahren sie erst, wenn ein Schaffner sie darauf aufmerksam macht", erläutert Kai Bronisch.
Er ist selbst Hundehalter, fährt berufsbedingt täglich mit dem Zug nach Hamburg und zurück und nutzt dieses Beförderungsmittel auch privat gern für Ausflüge. Während er mit Maulkorb-losem Hund im Metronom noch keine Schwierigkeiten hatte, habe er im Erixx schon häufiger über diese Beförderungsbedingung mit den Zugbegleitern diskutiert.
"Da bedarf es dringend mehr Aufklärung und Information, zumindest sollten die Fahrgäste mit entsprechenden Piktogrammen rechtzeitig auf die Maulkorbpflicht hingewiesen werden", sagt Bronisch. Denn auf den Erixx-Zügen wird mit Piktogrammen ohnehin schon auf das Rauchverbot, die Kameraüberwachung sowie die Möglichkeit der Mitnahme von Kinderwagen und Fahrrädern hingewiesen.
Um Fahrgäste nicht während der Fahrt völlig unvorbereitet vor vollendete Tatsachen zu stellen und sie womöglich des Zugs zu verweisen, müssten die Metronom-Eisenbahngesellschaft und die Erixx GmbH außerdem Maulkörbe in verschiedenen Größen zu angemessenen Preisen bereithalten, fordert der Verkehrsvereins-Vorsitzende.
"Aus Sicht des Fahrgastbeirates sollte die Mitnahme von Hunden einheitlich geregelt sein und auch einheitlich gehandhabt werden. Dass es z.B. unterschiedliche Regelungen für die Erixx-Streckenabschnitte Buchholz-Handeloh und Handeloh-Soltau gibt, ist für die Fahrgäste verwirrend. Auch manchem Fahrgastbetreuer sind die unterschiedlichen Regelungen nicht bekannt. Metronom und Erixx tauschen untereinander die Fahrgastbetreuer aus, sodass die Fahrgastbetreuer allein im Hinblick auf die Hundemitnahme mindestens drei verschiedene Regelungen kennen und sicher anwenden müssen", so Klaus Steinfatt vom Fahrgastbeirat.
Und es geht noch komplizierter: "Nördlich von Handeloh gilt der HVV-Tarif, in dem die Hundemitnahme kostenlos ist, während südlich von Handeloh ein Kinderfahrschein für den Hund erforderlich ist." Außerdem würden auf der Erixx-Strecke Buchholz-Handeloh eigentlich die Beförderungsbedingungen des HVV zur Anwendung kommen, nach denen - außer für gefährliche Hunde - kein Maulkorb Pflicht sei. Das wusste der Schaffner allerdings nicht, der Kai Bronisch mit der Maulkorb-losen Hündin Pippa von der Beförderung ausschließen wollte...