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Keine Angst vor der Sonnenfinsternis

Am 20. März schiebt sich der Mond zwischen 9.30 und 12 Uhr vor die Sonne (Foto: fotolia©Ig0rZh)
(bim). Deutschland gilt bei der Erzeugung von Ökostrom weltweit als Spitzenreiter. Immer mehr Unternehmen und Privatleute setzen auf die umweltfreundliche (Eigen-)Versorgung durch Sonnenenergie über Photovoltaik-
anlagen. Was gut für die Umwelt und den Geldbeutel ist, könnte jedoch am Freitag, 20. März, zum Problem werden, wenn sich der Mond zwischen 9.30 und 12 Uhr vor die Sonne schiebt und diese zu 82 Prozent verdunkelt. Dann geht die Stromproduktion in kurzer Zeit stark zurück, während es zum Ende der Sonnenfinsternis zu einem extrem schnellen Anstieg der Strommenge kommt. Die Netzbetreiber sprechen von einer „großen Herausforderung für die Stabilität des Stromnetzes und die Versorgungssicherheit“. Der heimische Energieversorger EWE gibt allerdings Entwarnung und beantwortet die wichtigsten Fragen:
Haben Verbraucher am 20. März mit Stromausfällen zu rechnen?
EWE:
Aller Voraussicht nach nicht. Nach einer wissenschaftlichen Studie und nach Informationen der deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW ist die Sonnenfinsternis auch bei einem wolkenfreien Himmel wohl beherrschbar. Die Netzbetreiber setzen Regelenergie ein, um einen möglichen Zusammenbruch des Stromnetzes abzuwenden. Sie gleicht Schwankungen im Stromnetz aus, indem Strom zugeführt oder aus dem Netz genommen wird.
Welche Herausforderungen stellt der 20. März an die Netzbetreiber und an Besitzer von Photovoltaikanlagen und welche Maßnahmen werden ergriffen bzw. sollten ergriffen werden?
EWE:
Alle Verbraucher sollten sich ganz „normal“ verhalten. Das gilt auch für die Besitzer von Photovoltaikanlagen. Sollte es aus Gründen der Netzstabilität notwendig sein, die Einspeiseleistung von Erzeugungsanlagen am Ende der Sonnenfinsternis zu reduzieren, so ist dies über die vorhandene Regelungstechnik möglich, ohne dass Verbraucher dies merken.
Um möglichen Auswirkungen der Sonnenfinsternis auf die Netze und die Versorgungssicherheit zu begegnen, haben die Netzbetreiber zudem bestimmte Maßnahmen entwickelt. So wird EWE NETZ im kritischen Zeitraum u.a. das Personal in der Netzleitstelle aufstocken und die Mitarbeiter auf die Situation vorbereiten. Im Netz von EWE NETZ werden während der Sonnenfinsternis keine planbaren Wartungsarbeiten ausgeführt.
Ergeben sich in Regionen mit zahlreichen Photovoltaikanlagen lokale Konsequenzen aus dem astronomischen Ereignis?
EWE:
Da die Stromnetze über die verschiedenen Spannungsebenen deutschland- und europaweit miteinander verbunden sind, gibt es keine speziellen lokalen Konsequenzen. Im Netzgebiet von EWE NETZ gab es Ende 2014 rund 53.900 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von fast 1.450 Megawatt (MW).
• Im Landkreis Harburg gibt es laut EWE derzeit rund 1.200 Solaranlagen, u.a. bei der Firma NewEn Projects GmbH auf dem ehemaligen Deponiegelände in Drage oder am Energieberg Neu Wulmstorf. Eine Übersicht über die Solaranalgen auf Landkreisdächern steht im Internet unter www.landkreis-harburg.de/solarstrom.