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Kinderspinnstube in Tostedt: Von "Kratzbürsten" und "alten Knackern"

Gesa Gabler (hinten li.) und Elke Müller (hinten re.) mit den "Kratzbürsten"(hinten v. li.): Elias (8) und Josi (10) sowie vorne (v. li.): Frida (9), Gretje (9), Lucy (9) und Anje (6)
bim. Tostedt. Im Tostedter Heimathaus wurde jetzt kräftig an Wolle "geschnüffelt" und Wissenswertes über dieses Naturprodukt vermittelt. Erstmals trafen sich am Freitag fünf Mädchen und ein Junge im Grundschulalter in der Kinderspinnstube "Töster Kratzbürsten" des Tostedter Heimatvereins unter der Leitung von Gesa Gabler und Elke Müller.
Elke Müller ist Mitglied im Heimatverein und Lehrerin der Erich-Kästner-Realschule in Tostedt, wo sie u.a. eine Mittelalter-AG leitet. Gesa Gabler unterrichtet Kunst und Handarbeiten an der christlichen Schule Nordheide in Buchholz (ehemals August-Hermann-Francke-Schule). Sie hatten allerhand Woll-Arten mitgebracht, um die Unterschiede in der Struktur und im Aussehen zu zeigen, u.a. hatten sie in Gläsern die "Wolle" von Beutelratte, Opossum, Seidenraupe, Alpaka und Moschusochse mitgebracht, die auch jeweils ihren ganz eigenen Geruch verströmten.
In früheren Zeiten musste das ganze Jahr über Wolle verarbeitet werden, berichtete Gesa Gabler. Dabei war jedem Familienmitglied eines Hofes eine feste Arbeit zugeschrieben: Die Mägde sponnen die Wolle, Männer und Schäfer strickten die Socken, Omas und Opas wickelten die Fäden auf eine Haspel, deren Zählwerk knackte, wenn eine bestimmte Länge erreicht war - daher der Name "alte Knacker", erläuterte Gesa Gabler. Kinder, die noch nicht auf dem Feld mitarbeiten konnten, mussten Wolle kardieren oder kratzen, daher der Name der Kinderspinnstube - "Kratzbürsten".
Weiterhin lernten die Kinder verschiedene Spindeln kennen und übten, die zottelige Schafswolle zu Fäden zu rollen und auf Stöcke zu wickeln.
Bi den nächsten Treffen werden die jungen Teilnehmer u.a. Handspindeln und Stricknadeln selbst herstellen, mit Sonne und Naturmaterialien Wolle färben sowie weben.
Die "Töster Kratzbürsten" treffen sich bis zu den Sommerferien jeweils freitags von 15.30 bis 17 Uhr im Heimathaus am 17. und 31. März, 21. April, 19. Mai und 9. Juni. Nach den Ferien geht es weiter. "Irgendwann werden alle Kinder am Spinnrad arbeiten können", so Gesa Gabler.