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Klimaanpassung im Einzugsgebiet Este - Kommunen wollen gemeinsam handeln

Josef Oberhofer zeigte Möglichkeiten des Hochwasser- und Gewässerschutzes an der Este auf
 
In den Workshops: Detlef Gumz (re.) von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreies
bim. Hollenstedt/Buxtehude. Der aktuelle Bericht des Weltklimarates ist alarmierend: Die globalen Folgen des Klimawandels wirken sich auch in Deutschland aus. Extreme Niederschläge und die Zahl der Überflutungen haben zugenommen. Um in der Region Hochwasser- und Gewässerschutzmaßnahmen anzustoßen, trafen sich jetzt Vertreter von Kommunen, Naturschutzorganisationen, Vereinen und Verbänden aus den Landkreisen Harburg und Stade zu einem Workshop in Hollenstedt.
Ziel ist es, die zu erwartenden steigenden Wasserstände entlang der Este in den Griff zu bekommen. Wie berichtet, plant Buxtehude bereits, Spundwände und Minideiche zu bauen, um die Stadt vor Überschwemmungen zu schützen. Drunter leiden allerdings könnten Estebrügge und andere Este-Anrainergemeinden, die dann stärker vom Hochwasser betroffen wären. Daher raten Fachleute zu einem Gesamtkonzept, das im Rahmen des Projektes "Klimaanpassung Einzugsgebiet Este" (KLEE) erarbeitet werden soll.
Welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Region hat, zeigen Erkenntnisse aus dem soeben beendeten Projekt KLIMZUG Nord, das die Auswirkungen des Klimawandels für die Metropolregion Hamburg untersucht hat:
• Zunahme extremer Hochwasserabflüsse am Este-Pegel Emmen (Samtgemeinde Hollenstedt) um bis zu 50 Prozent bis zum Ende des 21. Jahrhunderts;
• Anstieg des Meeresspiegels um 0,8 Meter bis zum Ende des 23. Jahrhunderts;
• Zunahme des potentiellen Bodenabtrags im gesamten Einzugsgebiet um 20 bis 30 Prozent.
Klimaanpassung ist nur effizient, wenn sie ressortübergreifend und über Stadt- und Ländergrenzen hinaus erfolgt, so die Schlussfolgerung. Deshalb ziehen die Landkreise Harburg und Stade und die Stadt Buxtehude bei KLEE bereits seit 2011 an einem Strang. Jüngste Maßnahme war die Inbetriebnahme von fünf Niederschlagsmessgeräten in Jork, Nindorf, Elstorf, Bötersheim und Kamperlin. Untersucht wurden von Juni 2013 bis Februar 2014 zudem die Niederschlags- und Abflussmengen an den Pegeln in Emmen und Buxtehude.
Diplom-Ingenieur Josef Oberhofer von der TU Harburg zeigte Möglichkeiten des Hochwasser- und Gewässerschutzes an der Este auf. Dabei geht es u.a. um:
Wasserrückhalt in der Fläche (z.B. durch Entsiegelung von Flächen für mehr Versickerungsmöglichkeiten des Niederschlags, wasserdurchlässige Bodenbeläge, Sickermulden und Regenrückhaltebecken);
Rückhalt des von den Äckern abgetragenen und in die Este gespülten Bodens(z.B. Einsatz von Mulchsaat und Zwischenfrüchten; Sedimentfallen, um abgetragenen Boden aufzufangen; durchgängige Uferrandstreifen);
Stauraumschaffung für den Hochwasserschutz am Gewässer (Polder, Rückhaltebecken oder ein großer zentraler Speicher);
Wiederherstellung eines naturnahen Flusses (Einbringen von Steinen, Kies oder Totholz als Strömungslenker in die stark begradigte Este).
An sechs Stationen konnten die rund 40 Teilnehmer anschließend Vorschläge zur Verbesserung an der Este machen. Die gemeinsamen Arbeitstreffen sollen bis zum Abschluss des Projektes im Mai 2016 fortgesetzt werden.