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Kreisjägermeister: "Beim Thema Wolf ist die Transparenz wichtig"

Das gerissene Schaf zwischen Undeloh und Döhle (Foto: privat)
(bim). Zwischenfälle mit Wölfen häufen sich in der Region. Wie bewerten Experten die Situation? „Das Bild sieht so aus, als wäre das Schaf von einem Wolf gerissen worden. Aber wir brauchen noch eine offizielle Bestätigung“, sagt Kreisjägermeister Norbert Leben zu dem aktuellen Fall bei Döhle. In der Region komme es immer wieder mal zu Wolfssichtungen. Unter anderem sind Wölfe auf dem Töps bei Hanstedt sowie im Bereich Brackel/Holtorfsloh bekannt. „Wir kennen aber nicht die genauen Streifgebiete“, sagt Norbert Leben. Gerade die Junggesellen unter den Wölfen würden weite Wege zurücklegen. Um wieviele Tiere es sich handelt, könne allenfalls vorsichtig geschätzt werden. Norbert Leben vermutet, dass es drei bis fünf Tiere sein könnten.
Mit der Verbreitung der Wölfe nimmt auch die Verunsicherung von Spaziergängern und Naturfreunden zu. So kommt es vor, dass ein frei laufender Hund aus der Ferne schon mal für einen Wolf gehalten wird. „Die Bürger wenden sich mit den Wolfssichtungen an die Jägerschaft und das sollen sie auch. Denn wir möchten einen vernünftigen Überblick bekommen“, so Leben. Auch die Jäger seien angehalten, Wolfssichtungen den Wolfsberatern zu melden.
Weshalb manche mögliche Angriffe von Wölfen nicht öffentlich gemacht werden, kann sich der Kreisjägermeister nicht erklären. Den Wolf - wie von vielen Weidetierhaltern gefordert - unter das Jagdrecht zu stellen, davon hält Norbert Leben derzeit nichts. „Wir wünschen uns Transparenz beim Umgang mit dem Thema Wolf, denn wir brauchen mehr Fakten zu Wolfszahlen und Schadensfällen. Fehlt diese Transparenz, wird zu viel hinein interpretiert. Panikmache bringt uns nicht weiter“, so Norbert Leben.
Sollte ein Wolf auffällig werden, wie der sogenannte „Problemwolf Kurti“, könne das Umweltministerium eine Entnahme, sprich Tötung, anordnen. Nachgewiesen wurden in diesem Januar fünf getötete Schafe im Büsenbachtal (Landkreis Harburg) und zwölf in Oederquart (Landkreis Stade).
Im Raum Buchholz wurde im Januar ein Wolf anhand eines Fotofallenbildes nachgewiesen, ebenso in Brackel - dazu ein Wolf im Landkreis Stade Ende März anhand von Filmaufnahmen.
• Wer eine Wolfssichtung oder ein vermutlich von einem Wolf getötetes Tier melden möchte, wendet sich an einen Wolfsberater. Eine Übersicht findet sich unter www.nlwkn.niedersachsen.de/
• Der aktuelle Stand des Wolfsmonitorings ist nachzulesen unter www.wildtiermanagement.com/wildtiere/haarwild/wolf/.

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