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Mädchen haben keine Bedenken bei technischen Berufen

Günther Meyer von Airbus im Gespräch mit Melanie (Mi.) und Sophie
 
Luisa Gerk (Mi.) von der Hamburger Hochbahn erläuterte (v. li.): Anastasia, Lea, Tabea und Sarah-Joy, wie sie ihre Namen auf Schlüsselanhänger stanzen
bim. Tostedt. Frauen und Technik passen nicht zusammen? Mit diesem Vorurteil hatten Generationen von Frauen zu kämpfen. Das führte in der Vergangenheit dazu, dass viele Mädchen sich bei der Ausbildungswahl auf die vermeintlich für sie bestimmten Berufe in der Pflege oder im Einzelhandel beschränkten, obwohl Interesse und Fertigkeiten sie womöglich auch für technische Berufe qualifiziert hätten. Junge Frauen heutzutage nehmen selbstbewusst die Herausforderungen technischer Berufe an. Und die Firmen nutzen gerne die Gelegenheit, die potentiellen weiblichen Lehrlinge für eine Ausbildung in "ihrem" Unternehmen zu begeistern. So wie jetzt die Hamburger Hochbahn und Airbus in der Erich-Kästner-Realschule in Tostedt.
Das Interesse an der Informationsveranstaltung "Mädchen in technischen Berufen", die erstmals im Anschluss an den regulären Unterricht angeboten wurde, war riesig. "Eigentlich wollten wir die Veranstaltung für die Jahrgänge acht bis zehn mit überschaubarer Teilnehmerzahl anbieten. Aber es haben sich allein aus den neunten Klassen 24 Mädchen angemeldet", berichtet Lehrerin Ina Hunscheidt, Fachleitung Wirtschaft.
"Im Rahmen unserer Diversity-Strategie ist es uns wichtig, Vielfalt im Unternehmen zu fördern - und zwar über alle Bereiche hinweg. Denn Vielfalt ist aus unserer Sicht eine echte Stärke, verschiedene Köpfe bringen verschiedene Ideen und uns als Hochbahn weiter voran. Dafür stehen unsere Bestrebungen, Frauen auch für bislang eher männerdominierte Berufsbilder zu begeistern", sagt Hochbahn-Pressesprecherin Constanze Dinse.
Für die Hamburger Hochbahn informierten Luisa Gerk, zuständig für Schulen und Messen, und Frauke Grinder (19), Mechatronik-Azubi im dritten Lehrjahr, über die Ausbildungsberufe Elektronikerin für Geräte und Systeme bzw. für Betriebstechnik, Mechatronikerin, Industriemechanikerin und Gleisbauerin. Gleisbauer müssten z.B. Gleisbaumaschinen bewegen, das Umsetzen technischer Zeichnungen erlernen, Schwellen und Schienen im richtigen Abstand montieren, Weichenstörungen beheben und Schotter bewegen.
Die Bewerber sollten lernbereit, sorgfältig, zuverlässig, kommunikativ, teamfähig und mobil sein, so Luisa Gerk. Bevorzugt werde eine Online-Bewerbung samt Lebenslauf, Motivationsschreiben und den letzten beiden Zeugnissen. Absolutes No-Go seien unentschuldigte Fehlstunden.
Projektmanager Günther Meyer, der bei Airbus für das operative Ausbildungsmanagement und die Vernetzung von Bildungseinrichtungen im Hamburger Raum zuständig ist, stellte gemeinsam mit der angehenden Industriekauffrau Mirijam Westphal (18) u.a. die Anforderungen für eine Ausbildung zur Elektronikerin für luftfahrttechnische Systeme, Fluggerätemechanikerin, Fachrichtung Fertigungstechnik, und Verfahrensmechanikerin für Beschichtungstechnik vor.
"Wichtige Zielsetzung von Airbus ist es, im Rahmen der Berufsorientierung Mädchen die Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb einer technischen Ausbildung oder eines technischen Studiums aufzuzeigen. Dazu kooperieren wir u. a. mit verschiedenen Schulen oder beteiligen uns an gezielten Aktionen in dieser Richtung. Momentan absolvieren z. B. 15 Mädchen im Programm 'Pro Technicale' ein vierwöchiges Praktikum in Ingenieurbereichen an unserem Standort. Auch unsere jährlichen Mädchen-Technik-Tage bzw. 'Girls‘ Days' an allen Airbus-Standorten tragen dazu bei, Mädchen für technische Berufe zu begeistern", erläuterte Günther Meyer. "Darüber hinaus bieten wir Schülern und Schülerinnen in einem sechsstufigen Kooperationsmodell die Möglichkeit, sich über einen Zeitraum von zwei Jahren über Ausbildungen und Studiengänge in der Luftfahrtindustrie zu informieren."
Am Ende waren die Mädchen um viele Informationen reicher, wobei die eine oder andere dank der Veranstaltung ihren nächsten Praktikumsplatz fand. Und sie wurden von einigen ihrer männlichen Mitschüler beneidet.