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Mantrailer: Immer der (Hunde-)Nase nach

Jacqueline Rademacher und ihr Dobermann "Aris", der gerade eine Duft-Spur verfolgt
 
Jacqueline Rademacher mit Dobermann "Aris" (v. li.) sowie Ina Lodewick und Sabine Brumm mit ihren Bearded Collies "Maya" und "Minna"
(bim). Sie unterstützen Polizisten bei der Suche nach Vermissten oder besorgte Familien beim Auffinden von weggelaufenen Kindern oder Demenzkranken - die sogenannten Mantrailer-Hunde. Jetzt gibt es auch eine Mantrailer-Regionalgruppe Nordheide, die der ehemalige Polizist Frank Lege aus Stelle ins Leben gerufen hat und leitet. Die Gruppe besteht derzeit aus elf Aktiven. Weitere Interessierte, u.a. aus den Landkreisen Harburg und Stade, mit Hunden jeder Rasse und Größe sind willkommen.
"Hunde haben im Vergleich zu uns Menschen eine unvorstellbar feine Nase. Jeder Hund liebt es, spannende Gerüche aufzustöbern und zu verfolgen", erläutert Frank Lege. Diese Fähigkeit kommt beim Mantrailing (MT) zum Einsatz. Ebenso gefordert ist aber auch der Hundeführer, der das jeweilige Verhalten seines Hundes erkennen und deuten können muss. Es geht also um Teamwork.
Frank Lege ist seit sechs Jahren im Hundesport tätig und auch Trainer beim Deutschen Verband der Gebrauchshundesportvereine (DVG). Dem Mantrailing widmet er sich seit drei Jahren.
Seine Einsatz-Erfahrung bei der Polizei kommt Frank Lege und den von ihm ausgebildeten Teams zugute. "Ich arbeite nach der Kocher-Trainingsmethode, den Richtlinien von Mantrailing International und der Prüfungsordnung der German Mantrailing Association e.V. (GMA), die von der Polizei in Niedersachsen anerkannt ist. Egal ob Sport- oder Einsatztrailer, ob Mantrailing zur Beschäftigung, zum Vertrauensaufbau oder zur Stabilisierung des Hundes in Alltagssituationen eingesetzt werden soll, beim Trainingscenter Nordheide ist jedes Team willkommen", betont Frank Lege.
Bei der Kocher-Methode, benannt nach ihren Erfindern Kevin und Robin Kocher, geht es um Motivation und Spaß, zum Beispiel, indem für die Hunde ein Leckerli als Anreiz dient, eine (Duft-)Spur zu verfolgen. Für die Suche schnüffeln die Hunde an einem Kleidungsstück des Vermissten. Sie zeigen an, wo der- oder diejenige sich bewegt hat und wo ihre Spur endet, etwa am Wasser oder an einer Tür, durch die die Vermissten zuletzt gegangen sind. Das Mantrailing diene dazu, Polizisten für ihre Ermittlungen weitere Anhaltspunkte zu geben. "Wir schauen, ob eine Spur noch vorhanden ist oder abreißt. Nur in drei bis fünf Prozent der Fälle finden die Hunde lebende Menschen", sagt Frank Lege.
"Mantrailer können unter Umständen auch Leichen aufspüren. Aber Hunde reagieren unterschiedlich auf Verwesungsgeruch, zum Beispiel durch Schütteln oder Quieken. Dieses Verhalten richtig zu 'lesen', ist Aufgabe des Hundeführers", erläutert Frank Lege. Weitere Maßnahmen wie der Einsatz von Wasserortungs- oder Leichenspürhunden obliegen dann der Polizei.
Die Regionalgruppe Nordheide trifft sich im wöchentlichen Wechsel mittwochs oder donnerstags sowie 14-tägig sonntags und zur Prüfungsvorbereitung auch mal an einem Samstag in der Geschäftsstelle in Stelle, Niedersachsenstraße 27.
In der GMA - der größten freien, reinen und einzigen polizeilich anerkannten MT-Staffel außerhalb der Hilfsorganisationen wie u.a. Johanniter und DRK in Niedersachsen - seien derzeit deutschlandweit rund 100 Mitglieder organisiert.
• Wer die Arbeit der Regionalgruppe Nordheide kennenlernen möchte, hat dazu am Sonntag, 21. Januar, um 11 Uhr Gelegenheit, wenn sich die Teams zur Prüfungsvorbereitung in Winsen im Gewerbegebiet Luhdorf (Porschestraße) treffen. Dort werden dann Sabine Brumm mit "Minna" und Ina Lodewick mit "Maya" aus Tostedt sowie Jacqueline Rademacher mit "Aris" aus Soltau zeigen, was sie drauf haben.
Weitere Infos gibt es auch unter www.mantrailing-international.com und www.german-mantrailing.de oder bei Frank Lege unter Tel. 0172-4574602.