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Marianus von Hörsten ist der beste Jung-Koch der Welt

Bei der Siegerehrung in Lyon: Marianus von Hörsten (li.) mit seinem Assistenten Jan Semmelhack und der Luxemburger Sterneköchin Léa Linster (Foto: von Hörsten)
 
Der Sieger-Hauptgang von Marianus von Hörsten: Kalbsrücken rosa gegart, geschmorte Kalbsschulter, frittierter Kalbsbries, Morchelsoße, Karotten, Petersilienwurzel, Kürbis geprickelt, Flowersprout, geschmorte Zwiebel und Kürbispüree. Um Püree und Soße wie eine Schnecke anzurichten, verwendete er einen Plattenspieleler (Foto: von Hörsten)
(bim). Er kocht auf Sterne-Niveau, war kulinarisch schon international unterwegs. Jetzt wurde Marianus von Hörsten (24) aus Handeloh-Wörme bei der "Global Young Chefs Challenge" im französischen Lyon zum besten Jung-Koch der Welt gekürt. Dort setzte er sich gegen die Konkurrenz von vier Kontinenten durch. Sein Motto: "Bring den bestmöglichen Geschmack jeder Komponente auf den Teller." Und das ist dem 24-Jährigen offenbar gelungen, denn er überzeugte die sechsköpfige Jury mit seinem aufwendigen Drei-Gänge-Menü.
Die "Global Young Chef Challenge" wurde im Jahr 2002 ins Leben gerufen und findet alle zwei Jahre statt, um Nachwuchs-Köche in ihrer kulinarischen Karriere zu fördern.
In Lyon gingen neben Marianus von Hörsten und seinem Assistenten Jan Semmelhack aus Bonn sowie Gastgeber Frankreich die besten Jung-Köche aus Deutschland, Australien, Singapur, Italien, Schweden, den USA und den Arabischen Emiraten an den Start. Aus vorgegebenen Zutaten galt es, in zweieinhalb Stunden kreative und schmackhafte Gaumenfreuden zuzubereiten. Für die Vorspeise waren das Heilbutt, wahlweise mit Kaviar, für das Hauptgericht Kalbsrücken, Kalbsbries und Kalbsschulter sowie für das Dessert Schokolade und Tee.
Das Kochen sei eines seiner großen Hobbys, sagt Marianus von Hörsten zu seiner Berufung. Auf den Geschmack gekommen ist er aber nicht als kleiner "Pottkieker", auch wenn seine Mutter Christina eine sehr gute Köchin sei, sondern über ein Praktikum, das ihn als Schüler der Rudolf-Steiner-Schule Nordheide ins Lüneburger Hotel Bergström führte.
Anschließend erlernte Marianus von Hörsten sein Handwerk von der Pike auf im Jesteburger Restaurant "Hof & Gut", sammelte anschließend Erfahrungen im Hotel Adlon Kempinski in Berlin, im Fairmont-Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg und in Brenners Park Hotel in Baden-Baden. Ab März 2013 bereiste er als Mitglied der Köche-Nationalmannschaft, deren Teamkapitän er von 2014 bis Anfang 2016 war, die ganze Welt, absolvierte rund 20 Wettbewerbe und heimste diverse Preise ein - im Team und in Einzelwettkämpfen. Seit vergangenem Jahr ist er Küchenmeister.
Aktuell hat der Handeloher an der Universität Hamburg ein Geographie-Studium aufgenommen. "Wenn nicht jetzt, wann dann?" hatte er sich gefragt. Jetzt sei er noch jung genug zum Lernen, und Geographie sei sein zweites Hobby. Zumal das Studium mit dem physischen Teil - der Erforschung der Umwelt - und dem anthropogenen Teil - der Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt - Abwechslung biete. "Da kann man weitreichend tätig werden, zum Beispiel Wachstumsprognosen für Statistiken oder Flüchtlingsströme ermitteln oder in der Stadtentwicklung aktiv werden", schwärmt er.
Seiner Koch-Leidenschaft geht Marianus von Hörsten dennoch weiter nach: Freunde oder Gruppen bis 20 Personen können ihn als Koch buchen. "Das macht mir Spaß. Es ist ein nettes Miteinander, die Leute wissen gute Produkte und gutes Essen zu schätzen", sagt er.
Mit Gleichgesinnten stellt er außerdem sogenannte "Pop-up-Restaurants" auf die Beine. Dabei werden - gerne auch an ungewöhnlichen Orten - in temporären Restaurants spontane Essen organisiert.
Und wenn Veranstaltungen auf dem Hof Wörme, den seine Eltern Christine und Hubertus von Hörsten in einer Hofgemeinschaft mit weiteren Familien biologisch bewirtschaften, stattfinden, packt er dort auch noch gerne mit an. "Da helfe ich gerne", sagt der 24-Jährige.